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Gastro-Tipp: Das erste Dönerboot Düsseldorfs sticht in See

Gastro-Tipp : Das erste Dönerboot Düsseldorfs sticht in See

Heute verkauft Hüseyin Soylu den ersten Döner auf seinem Boot unter der Theodor-Heuss-Brücke. Eigentlich sollte es schon im September losgehen.

In der Küche sind die Geräte auf Hochglanz poliert. Hinter einer Glasscheibe liegen Möhren, Salat, Gurken, Tomaten und Zwiebeln fein säuberlich sortiert. Am Drehspieß brutzelt das Fleisch – Huhn und Kalb. Hört sich an, wie in einer ganz normalen Imbiss-Bude. Das Besondere an Hüseyin Soylus Stand ist aber die Lage. Denn er verkauft seinen Döner nicht an einer Straßenecke, er ist der Inhaber des ersten Dönerboots in Düsseldorf, das heute ganz offiziell in See sticht. Im September wollte Soylu eigentlich schon die Segel hissen, aber die Genehmigung des Sportamts hat gefehlt. "Im Sommer wäre es natürlich schöner gewesen, aber ich freue mich, dass es jetzt endlich losgeht", sagt er. "Düsstanbul" hat Soylu sein Imbiss-Schiff getauft, eine Kombination aus alter und neuer Heimat. Am Bosporus gibt es solche Schiffe übrigens in großer Zahl.

Hüseyin Soylu ist kein Neuling in der Fast-Food-Gastronomie, fast 20 Jahre lang betrieb er einen Imbiss-Wagen an der Cecilienallee – nur wenige Meter entfernt von seinem Boot. Weil nun das türkische Konsulat nach Heerdt zieht und der Wagen gleich mit, entschied sich Soylu, etwas Neues auszuprobieren. "Ich wollte meine Stammkunden nicht im Stich lassen", sagt er. Inhaber des Wagens bleibt er trotzdem, auch wenn der Düsseldorfer nur noch hin und wieder einen Landgang nach Heerdt eingeplant hat zur Düsstanbul II.

Zur Eröffnung hat Hüseyin Soylu OB Dirk Elbers und den türkischen Generalkonsul Alattin Temür eingeladen. Besonderer Anreiz für den OB: Er soll den ersten Döner bekommen, und der Konsul den ersten Grillfisch. Den gibt es nämlich auch auf der Düsstanbul, so wie am Bosporus eben.

Alkoholische Getränke schenkt Soylu übrigens nicht aus, "ich trinke selber auch nicht". Nicht einmal sein Schiff soll mit einer Flasche Sekt getauft werden. Angestoßen wird heute stattdessen mit Ayran oder Karottensaft. "Der passt besonders gut zum Fisch", sagt Soylu. An seinen schwankenden Arbeitsplatz hat sich der Düsseldorfer inzwischen auch gewöhnt, "obwohl ich schnell seekrank werde". Vielleicht legt Hüseyin Soylu sich einen kleine Reiseapotheke an, nur für den Notfall. Auf dem Rhein schippern wird der Imbiss-Kapitän aber so oder so nicht, obwohl der Dampfer noch seetüchtig ist. Denn dafür wären weitere Genehmigungen nötig. Unter der Theodor-Heuss-Brücke soll das Schiff stehen bleiben, außer bei Hochwassergefahr. "Dann transportieren wir das Boot auf den an der Straße gelegenen Parkplatz", sagt der Chef. Sogar ein paar Sitzplätze gibt es auf der Düsstanbul, am Heck des Schiffs. Die meisten Kunden, die übrigens schon seit Wochen nach dem Döner fragen, nehmen ihr Essen aber auf die Hand und setzen sich auf den Deich oder eine Wiese. Nicole Scharfetter

(RP)