1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Das Düsseldorfer Gesundheitsamt will Konsequenzen aus der Corona-Krise ziehen

Corona-Krise in Düsseldorf : Politik will Gesundheitsamt besser ausstatten

Mit Blick auf eine mögliche zweite Infektionswelle soll unter anderem die Nachverfolgung von Kontakten optimiert werden. Das beschloss eine Mehrheit im Gesundheitsausschuss des Rats. Seit März gab es in Düsseldorf fast 11.000 Abstriche.

Das Gesundheitsamt soll im Hinblick auf Digitalisierung und Organisation so ausgestattet werden, dass es künftig unter optimalen Arbeitsbedingungen auf Pandemien reagieren kann. Das beschloss eine Mehrheit des Gesundheitsausschusses auf Antrag der SPD. „Wir müssen in diesem Bereich digital aufrüsten, die Kontaktverfolgung nach positiven Testergebnissen und die Testungen selbst weiter optimieren“, begründete Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke (SPD) die Initiative. Die Verwaltung solle dafür die bald beginnende Sommerpause nutzen, auch um für eine mögliche zweite Welle der Corona-Pandemie gerüstet zu sein.

Während die Christdemokraten kritisch anmerkten, eine gute Ausstattung gehöre zu den originären Aufgaben des Gesundheitsdezernenten und sei weniger eine politische Entscheidung, wäre die Linke gerne einen Schritt weiter gegangen. „Dieses Amt braucht dauerhaft mehr Personal und dafür sollte die Verwaltung ebenfalls sorgen“, sagte Angelika Kraft-Dlangamandla. Doch für den Antrag gab es keine Mehrheit.

„Uns geht es konkret darum, auf eine mögliche zweite Welle der Pandemie optimal vorbereitet zu sein, nicht um eine Grundsatz-Entscheidung zur personellen Ausstattung des Amtes“, sagte Grünen-Fraktionssprecherin Angela Hebeler. „Das Modell, sich in einer akuten Situation wie dieser Personal aus Ämtern zu leihen, die noch nicht wieder in vollem Umfang hochgefahren wurden, macht mehr Sinn, als das Personal pauschal und auf Dauer aufzustocken“, sagte Gesundheitsdezernent Andreas Meyer-Falcke im Nachgang der Sitzung.

Gesundheitsamtsleiter Klaus Göbels kündigte an, mit Blick auf eine zweite Infektionswelle prüfen zu wollen, wie Prozesse beispielsweise bei der Nachverfolgung von Kontakten optimiert werden können. Man werde die organisatorischen Abläufe mit externer Unterstützung untersuchen, auch mit Blick auf eine mögliche Überlappung von Corona und Influenza im kommenden Winter. Insgesamt sei Düsseldorf mit fast 11.000 Abstrichen seit dem 2. März sehr gut aufgestellt. Dass einzelne Ruhrgebietsstädte an einigen Tagen null Fälle meldeten, liege möglicherweise auch daran, „dass dort deutlich weniger getestet wird“. Einhelliges Lob für die Arbeit des Gesundheitsamtes gab es von allen Fraktionen. „Ihr Umgang mit der Krise ist hochprofessionell“, sagte unter anderem CDU-Ratsfrau Dagmar von Dahlen.