100-jähriges Bestehen: Das Comenius-Gymnasium feiert

100-jähriges Bestehen: Das Comenius-Gymnasium feiert

Das Oberkasseler Comenius-Gymnasium begeht in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen – und beweist mit neuen Projekten, dass sie junge geblieben ist. Auftakt der Feierlichkeiten ist am 23. April "Kabarett trifft Jazz". Höhepunkt ist der Festakt am 13. September.

Das Oberkasseler Comenius-Gymnasium begeht in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen — und beweist mit neuen Projekten, dass sie junge geblieben ist. Auftakt der Feierlichkeiten ist am 23. April "Kabarett trifft Jazz". Höhepunkt ist der Festakt am 13. September.

Nach dem 100-jährigen Bestehen des Cecilien-Gymnasiums folgt nun der 100. Geburtstag des Comenius-Gymnasium. Geplant sind fröhliche Festtage, verteilt über das ganze Jahr. Auftakt ist am 23. April unter dem Motto "Spielplatz Spezial". Kabarettist Wendelin Haverkamp, im Gepäck seine Lehrerfigur Anton Hinlegen, und das Engstfeld-Weiss-Quartett verbinden Kabarett mit Jazz. Gegründet wurde das Gymnasium 1908 als "Höhere Knabenschule in Obercassel". Mit der Leitung wurde der 1879 geborene promovierte Historiker Hans Mosler betraut. Seine Schüler nannten ihn respektvoll "Zeus". Er leitete die Schule 41 Jahre lang bis 1948 und bewältigte nicht nur die Zeit der belgischen und französischen Besatzung nach dem Ersten Weltkrieg, sondern spielte auch eine bemerkenswerte Rolle während des Dritten Reiches.

Mitglied der NSDAP war er nie und ließ sich auch nicht einschüchtern, als SA-Leute ihm die Fensterscheiben seiner Wohnung einwarfen, weil der nicht zur Wahl gegangen war. Er führte die Nazis an der Nase herum, immer darauf bedacht, den Geist einer von rheinischer Liberalität und humanistischem Geist geprägten Schule zu bewahren. Als von ihm die Umbenennung in "Schlageter-Gymnasium" verlangt wurde, meinte er hintersinnig, man sollte dies bis zur Zeit nach dem Endsieg zurückstellen. (Quelle: Unser Jahrhundert, Chronik einer Halbinsel).

Schwierig auch die Zeit nach dem dem Zweiten Weltkrieg, als die geburtenstarken Jahrgänge nachrückten. Darunter der bekannte Opernregisseur Hans Neuenfels, der in der Theatergruppe am Comenius Grundlagen für seine spätere Berufung erwarb (jüngst inszenierte er den Tannhäuser in Essen).

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1970 übernahm Günther Schwarz die Leitung der Schule, die zwei Jahre später einen Neubau an der Hansaallee bekam. Auch er hatte eine schwierige Zeit zu bewältigen, denn im Zuge der 68-er Bewegung geriet die Schule ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Die Schüler verlangten mehr Demokratie. In dieser turbulenten Zeit gelang es Schwarz, die Idee einer partnerschaftlichen Erziehung umzusetzen und eine fachlich begründete Sachlichkeit einzuführen. Nach 23 Jahren übergab er seinem Nachfolger eine jederzeit kritische, aber befriedete Schule. Tragisch allerdings, dass Schwarz in der Concorde, die im Juli 2000 beim Start bei Paris abstürzte, ums Leben kam.

Nach 100 Jahren weist das Comenius-Gymnasium heute zwei Schwerpunkte auf: Wirtschaft- und Berufsorientierung sowie Breitensport und Fitnessförderung: Die Sporthalle von 2006 wartet noch auf den Anschluss neuartiger Geräte. Neu ist auch das Angebot Spanisch ab Klasse fünf, das es seit zwei Jahren gibt.

Und erstmals in der Geschichte des ehemaligen Knabengymnasiums steht seit 2001 mit Monika Matthes eine Frau an der Spitze.

(RP)
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