Das Buch „Düsseldorfs exotische Perle“ erzählt die Geschichte des Aquazoos und seiner Bewohner.

Aquazoo: Warum der Nacktmull eine Toilette braucht

Seit seiner Wiedereröffnung ist der Aquazoo ein Publikumsmagnet in Düsseldorf. Das Buch „Düsseldorfs exotische Perle“ erzählt die Geschichte des Aquazoos und seiner Bewohner.

Seit seiner Wiedereröffnung ist der Aquazoo ein Publikumsmagnet in Düsseldorf. Das liegt vor allem an seinem Konzept. Anders als viele andere Einrichtungen zeigt der Aquazoo nicht bloß die Vielfalt der Unterwasserwelt, sondern erzählt auch die Geschichten hinter den Lebewesen der Aquarien. Um diese auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ist nun das Buch „Düsseldorfs exotische Perle“ erschienen, das neben der Tierwelt auch die Historie des Zoos vorstellt.

Als der Droste Verlag mit der Idee, ein Buch zu schreiben, an den Aquazoo herantrat, war man dort zunächst ein wenig skeptisch. Nicht, weil es nichts für ein Buch zu erzählen gäbe, sondern weil hinter dem Biologen Jochen Reiter und seinem Team die anstrengende Renovierung des Zoos lag. Doch die Skepsis wich schnell einer Begeisterung, denn die Tiere und Objekte der Einrichtung bieten viel Stoff zum Erzählen.

Jochen Reiter war als Herausgeber jedoch von Anfang an darauf bedacht, Buch und Zoo zu trennen. „Wir wollten etwas Eigenständiges schaffen“, erzählte er bei der gestrigen Buchvorstellung, zu der auch Manfred Droste (Herausgeber Rheinische Post) und Felix Droste (Aufsichtsratsvorsitzender Rheinische Post Mediengruppe) kamen. Zwar stehen die Tiere und Objekte im Fokus, doch versteht sich das Werk nicht als Museumsführer für Besucher, sondern als Nachschlagewerk der Unterwasserwelt, in dem auch Experten noch die eine oder andere unbekannte Informationen finden dürften.

Genau das macht auch den Aquazoo aus. Seine Mischung aus Zoo und Museum bringt den Besuchern nicht nur das Leben der Fische, Frösche und Schildkröten nahe, sondern erklärt auch das Zusammenspiel von Flora und Fauna. So werden in dem Buch in 17 Themenwelten Informationen zum Leben an Land und im Wasser gegeben. Der Leser lernt exotische Lebewesen wie den Ohrfleck-Röhrenaal kennen, der sich mit einem Teil seines Körpers in den Meeresboden eingräbt, oder den oft als hässlich gebrandmarkten Nacktmull, der in einem komplexen Tunnelsystem haust, in dem es getrennte Schlaf-, Wohn- und Toilettenkammern gibt.

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Geschichtsinteressierte werden dagegen nicht am ersten Kapitel vorbeikommen, in dem es um die Geschichte des Aquazoos geht, die eng mit dem ehemaligen Düsseldorfer Zoo verwoben ist. Letzterer wurde 1876 auf dem Gebiet des heutigen Zooparks eröffnet. Als der Zoo im 20. Jahrhundert in finanzielle Not geriet, ermöglichte Gustav Adolf Scheidt der Stadt durch eine Spende den Kauf des Zoos. Die Stadt musste aber versprechen, den Zoo auf ewig weiterzuführen. Das war der Stadt nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs nicht möglich. Die Gesellschaft des Zoofreundeskreises pochte jedoch auf das Versprechen. Schließlich einigte man sich auf die Errichtung des Aquazoos.

Mehr als 500.000 Besucher sind seit der Wiedereröffnung in die Aquarienlandschaft gekommen. Im Zeichen dieses Erfolgs stand gestern wieder einmal eine Erweiterung des Zoos im Raum. Schon unter Oberbürgermeister Joachim Erwin gab es Pläne für eine Vergrößerung, die jedoch nie umgesetzt wurden. Thomas Geisel vermied es jedoch, eine klare Zu- oder Absage zu geben. Er wolle nichts ausschließen, sagte er. Die Sanierung müsse nicht zwangsläufig der letzte Schritt in der Zoogeschichte gewesen sein.

Hinweis: Fälschlicherweise hatten wir den Nacktmull in der Überschrift „Nacktmulch“ genannt. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

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