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Düsseldorf: Das Alte Rom vor der Haustür

Düsseldorf : Das Alte Rom vor der Haustür

Auch wer mit Schrecken an langweiligen Geschichtsunterricht in der Schule zurückdenkt, der kann das Interesse am Historischen neu entdecken. Zum Beispiel beim Besuch von Haus Bürgel. An der Grenze von Düsseldorf-Urdenbach und Monheim können sich Besucher des ehemaligen Römerkastells, aus dem sich Haus Bürgel entwickelte, einen Eindruck verschaffen, wie die Menschen dort im 4. Jahrhundert gelebt haben.

Auf einer Fläche von 64 mal 64 Metern hinter dicken Mauern und zwölf Wachtürmen lebten 150 Soldaten mit ihren Familien. In einem umgebauten Eckturm ist heute ein archäologisches Museum eingerichtet mit den Fundstücken aus der Zeit. So weiß man beispielsweise anhand der 17 556 Tierknochen, die gefunden wurden, weiß man, welche Tierarten dort beheimatet waren: Dazu gehörten nicht nur Rinder und Schweine, sondern auch Elche und Braunbären. Alltagsgegenstände aus der Zeit wurden Toten in Brandgräbern mitgegeben. In den Vitrinen können die Besucher Becher, Öllampen, Schüsseln, Hygieneartikel wie Pinzetten, Nagelschneider, sogenannte Ohrenlöffel, aber auch Kämme und Schmuck besichtigen.

Die Kampfausrüstung der Soldaten ist ebenfalls zu sehen. "Mit Kettenhemd, Rundschild und Langschwert war die Montur zwischen 30 und 40 Kilogramm schwer", sagt Manfred Klein, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Haus Bürgel, die das Museum betreibt. Für die Historiker besonders aufschlussreich war noch ein anderer Fund. In einem ehemaligen Abwasserkanal lagerten 139 Bronzemünzen. Da das Haupt der regierenden Kaiser immer auf der Münze prangte, fällt die Datierung leicht. So nehmen die Forscher an, dass das Kastell aus der Zeit von Kaiser Konstantin I. (306-337 n. Chr.) stammt.

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Dass der hygienische Standard damals schon sehr hoch war, zeigte ein acht mal neun Meter großes Bad, das bei Ausgrabungen entdeckt wurde. Es hielt sowohl Kalt- als auch Warmwasserbecken inklusive Fußbodenheizung bereit.

Einen Reiz, den die Anlage von Haus Bürgel heute ausmacht, ist der Umstand, dass drei Einrichtungen, die sich gut ergänzen dort beheimatet sind: das archäologische Museum, die Biologische Station und eine Kaltblutzucht. Im Innenhof stand einmal eine Kapelle. Ihre Umrisse möchte Klein für die Besucher kenntlich machen. Außerdem soll vor der Anlage, zur Straßenseite hin, ein ehemaliger Teich wieder angelegt werden, um Kindern das Leben im Wasser nahezubringen.

Klein will sich außerdem dafür einsetzen, dass junge Besucher in einem römischen Backofen Brot backen können, um das damalige Alltagsleben auch sinnlich zu erfahren. Auf dem Außenpfad des Hauses können sie bereits heute an den Beeten ablesen, welche Pflanzen, die Römer mitgebracht haben: Koriander, Petersilie und Zwiebeln.

(RP)