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Düsseldorf: Daimler hält an Jobabbau fest

Düsseldorf : Daimler hält an Jobabbau fest

1700 Stellen im Sprinterwerk stehen bis zum Jahr 2020 auf der Kippe.

Die Geschäftsleitung des Autobauers Daimler hat gestern auf einer Betriebsversammlung über den Stand der Verhandlungen mit dem Betriebsrat berichtet. Der Stuttgarter Daimler-Produktionsleiter Frank Klein erläuterte den mehr als 2500 anwesenden Mitarbeitern seine Pläne. Beschäftigten zufolge soll die Stammbelegschaft bis zum Jahr 2020 um 840 Mitarbeiter verkleinert werden. Das geschehe zum Teil durch natürliche Fluktuation. Darüber hinaus könnte die Zahl der Leiharbeiter im Werk reduziert werden. Insgesamt stehen 1700 Arbeitsplätze auf der Kippe.

Der Daimler-Vorstand in Stuttgart hatte im Oktober entschieden, dass die Produktion des Transporters Sprinter für den US-Markt von Düsseldorf nach Nordamerika verlegt wird. Zusammen mit dem Wegfall der Auftragsfertigung des baugleichen Crafter für VW verliert das Werk damit bis zum Jahr 2018 rund ein Drittel seiner Aufträge. Eine von drei Schichten könnte überflüssig werden.

Die Betriebsversammlung gestern dauerte vier Stunden und wurde überraschend nicht beendet, sondern nur unterbrochen. Das kann als Instrument des Arbeitskampfes gesehen werden. Dadurch ist der Betriebsrat sehr kurzfristig in der Lage, die Mitarbeiter erneut einzuberufen. Während einer Betriebsversammlung - so auch gestern - kommt die Produktion im Daimlerwerk zum Erliegen. Die Verhandlungen zwischen Betriebsrat, IG Metall und Geschäftsleitung sollen binnen zwei Wochen fortgesetzt werden.

Betriebsratsvorsitzender Thomas Weilbier will weiter um Jobs in Düsseldorf kämpfen. "Wir verhandeln mit dem Ziel, eine Teilkompensation zu bekommen, also etwa die Produktion eines anderen Fahrzeugs", sagte Weilbier. Außerdem soll die Sicherheit gegeben werden, dass nicht die Produktion für weitere Märkte verlagert wird.

(RP)