Wegen guter Führung vorzeitig entlassen: "Crash Kid" Andreas B. wieder frei

Wegen guter Führung vorzeitig entlassen: "Crash Kid" Andreas B. wieder frei

Düsseldorf (dto). Mit 13 Jahren klaute er Autos. Im März 2000 lieferte er sich mit einem gestohlenen LKW eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei, überrollte dabei einen niederländischen Polizisten und verletzte ihn tödlich. Dafür wurde "Crash Kid" Andreas B. zunächst zu vier Jahren Jugendstrafe verurteilt. Jetzt hat die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft den 19-Jährigen wegen guter Führung vorzeitig aus der Haft entlassen.

Im 2001 war der Jugendliche aus Monheim vom Landgericht Düsseldorf wegen fahrlässiger Tötung zu vier Jahren Jugendstrafe verurteilt worden. Nach der Vergewaltigung eines Mithäftling erhöhte sich die Haftzeit auf insgesamt sieben Jahre. Nachdem er zwei Drittel der Strafe verbüßt hatte, stellten ihm die Behörden aber eine günstige Sozialprognose. Mit "straffreier Führung" sei zu rechnen, meint Staatsanwalt Johannes Mocken. Denn Andreas B. habe im Gefängnis seinen Hauptschulabschlus gemacht und eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker begonnen. Zweieinhalb Jahre vor Haftende ist er nun wieder auf freiem Fuß.

Andreas B. hatte nach der Scheidung seiner Eltern in mehreren Heimen gelebt. Bereits als 13-Jähriger galt der Sohn eines Fernfahrers als "tickende Zeitbombe". Ein halbes Jahr Jugendarrest und eine Therapie auf der spanischen Insel Gomera brachten nichts. Auf der Insel tauchte er mit dem Wagen einer Betreuerin unter.

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