CPD 2019 in Düsseldorf: Drei Messen und 670 Showrooms

Mode in Düsseldorf : Drei Messen und 670 Showrooms

In knapp zehn Tagen dreht sich in Düsseldorf wieder das Mode-Karussell: Kollektionen für den Sommer 2020 spielen die Hauptrolle, mit Partys und Glamour will die CPD auftrumpfen.

Das waren noch Zeiten, als der Modeschöpfer Pierre Cardin im Paris der 1960er Jahre seinen internationalen Durchbruch feierte. Damals lief das Geschäft mit der Mode wie geschnitten Brot, sogar die Beatles trugen auf dem Cover ihrer ersten Platte die kragenlosen Anzüge aus dem Hause Cardin. Doch während ab 19. September eine Ausstellung im Kunstpalast den inzwischen 97-jährigen Fashion-Futuristen und seine spektakulären Entwürfe feiert, hat die Branche heute mit Entwicklungen wie Überangebot an Kleidung, Konzentration, Virtualisierung und Digitalisierung zu kämpfen.

„Die Zeiten sind wahrlich nicht einfach, doch gerade dann brauchen Hersteller und Händler das intensive Gespräch mit ihren Partnern auf der Messe“, sagte Klaus Brinkmann, Vorstand Fashion Net, am Mittwoch im Vorfeld der CPD: Vom 20. bis 22. Juli präsentieren dann drei Messen (Gallery, Supreme und Date) sowie rund 670 Showrooms in der Stadt ihre neuen Kollektionen. Brinkmann zeigte sich optimistisch, dass die bevorstehende Ordermesse funktionieren wird, denn „zu Düsseldorf gibt keine Alternative“.

„Die Rheinmetropole ist nach wie vor der stärkste Orderstandort in Deutschland. Hier etablieren sich immer wieder neue Lifestyle-Formate und Konzepte rund um die CPD“, betonte Fashion-Net-Geschäftsführerin Angelika Firnrohr. Unkompliziert auf kurzen Wegen können sich Einkäufer hier einen umfassenden Überblick über die Neuheiten verschaffen.

Neu ist beispielsweise eine Kooperation mit dem Fashion Council und den Düsseldorfer Wirtschaftsförderern, die vor allem junge Designer im Blick haben. Ein kleiner Guide stellt erstmals den Einkäufern die „Places we love Düsseldorf“ vor. Einen modischen Ausblick wagt bei ihren Vorträgen Trendreporterin Karolina Landowski. Demnach sind neben Farben wie Orange (der Retro-Look aus den 70er Jahren) pastellige Töne und lockere Schnitte auf dem Vormarsch. Das T-Shirt wird der ultimative Begleiter zum Sakko – bei Männern und Frauen, das Kleid bleibt der Liebling der Saison.

Dass High Fashion und Nachhaltigkeit kein Widerspruch sein muss (große Labels wie Stella McCartney sind schon lange „Eco-Fashion“), wird auf der Supreme Messe thematisiert (sie startet übrigens bereits am 19. Juli im B1 am Bennigsen-Platz). Auch das junge Label Cano Shoes, das Lukas Pünder und Philipp Mayer in Düsseldorf gegründet haben, baut auf Nachhaltigkeit.

Die Jung-Unternehmer machen nicht die Wertschöpfungskette ihrer Schuhe per App transparent, sondern sie bieten mit ihrem neuen Start-up „Retraced“ auch anderen Herstellern eine solche Plattform an: Konsumenten bekommen so verlässliche Daten über Herkunft und Produktion. Weil Mode nicht nur gemacht, sondern auch gezeigt und gefeiert werden will, stehen einige Schauen auf dem Programm: So präsentiert Annette Görtz ihre Entwürfe auf einem Catwalk über dem Wasser vor dem Museumsbau des Weltstar-Architekten Tadao Ando – der privaten Kunstsammlung „Langen Foundation“.

Wasser ist auch das Thema bei „Unique“. Shahin Moghadam, der vor 21 Jahren die auf Kleider spezialisierte Marke gegründet hat. Er verlegt seine Show direkt auf das Deck der Oceandiva und inszeniert die neue sogenannte „Capsule Collection“ vor 500 Gästen, darunter die Moderatorinnen Miriam Lange und Bella Lesnik sowie zahlreichen Influencer, die Millionen an Followern haben.

Erstmals auf dem Laufsteg werden als Models Cathy Hummels und Ekaterina Leonova (Let’s Dance) zu sehen sein. Gil Ofarim begleitet das Spektakel musikalisch und unplugged.

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