Frühlingsanfang in der Altstadt: Countdown für die City-Eisdielen

Frühlingsanfang in der Altstadt : Countdown für die City-Eisdielen

Schon zum dritten Mal kündigt sich in diesem Jahr der Frühling an. Während die Düsseldorfer zielsicher die City-Eisdielen ansteuern, reagieren die Cafébesitzer verhalten. "Ich bin gewappnet, aber ob der Frühling diesmal den Durchbruch schafft, bleibt abzuwarten", sagt Manuel Mazasek vom Café Eistraum an der Rheinuferpromenade. Mit dieser Sorge ist der Geschäftsmann nicht allein. Auch Claudio Camerin vom Eiscafé Pia will seine Lauerstellung noch nicht verlassen.

Camerins Eisdiele gehört für Düsseldorfs Eisfreunde zu den beliebtesten Adressen. Schon am Vormittag stehen die Kunden in meterlangen Schlangen vor dem Geschäft an der Kasernenstraße. "Ich warte jeden Tag auf den Durchbruch. Bisher ist das Wetter aber noch zu schlecht", sagt Camerin. "Das kann sich aber täglich ändern und außerdem ist es ja möglich, dass die Saison dafür umso länger dauert."

"Politik hat uns ein Bein gestellt"

Deutlich skeptischer ist Robert Ritschel vom Café Shop Point am Burgplatz: "Wenn das Wetter nicht langsam besser wird, kommen einige Gastronomen in echte Schwierigkeiten." Er habe seine Lager am Wochenende gefüllt und sei für den ersten Ansturm gerüstet. "Trotzdem kann es in unserer Branche in diesem Jahr zu Problemen kommen", sagt der Cafébesitzer.

Ritschel plagt neben dem schleppenden Frühlingsstart vor allem die Sorge über eine Gesetzesänderung. "Wir dürfen kein Personal mehr zur Probe arbeiten lassen", erklärt er. Seit dem 1. Januar müsse jeder neue Mitarbeiter beim Finanzamt gemeldet werden. Erst dann dürfe er zum Probetag erscheinen. "Ist der Mitarbeiter schlecht, muss ich den Steuerberater das zweite Mal bezahlen, damit er ihn wieder abmeldet." Das könne gerade im Saisongeschäft sehr kostspielig werden. "Da hat uns die Politik wirklich ein Bein gestellt", sagt Ritschel.

"Das Eisgeschäft ist im Frühjahr besser als im Hochsommer"

Auf den Frühlingsstart freut sich Ritschel dennoch. "Wenn das Wetter bis zum Wochenende bleibt, dann wird es richtig voll." Dieses Szenario wird auch im Café Eistraum erwartet. "Die Leute sehnen endlich die ersten Sonnentage herbei", sagt Manuel Mazasek. Deshalb sei das Eisgeschäft im Frühling deutlich besser als im Hochsommer bei 30 Grad. "Jetzt wollen die Leute eher Milcheis wie Schokolade oder Mokka. Im Sommer steigen wir dann auf Fruchtsorten um."

Turan Kaja bleibt in seinem Eiscafé an der Marktstraße gelassen. "Ich habe viel zu wenig zu tun. Aber nach der Wetterprognose habe ich gleich Eis besorgt." Er sei gerüstet und freue sich auf den Sommer. "Dann werden wir hier wieder zu viert arbeiten."

Bei Pia stehen allein hinter der Eistheke schon jetzt vier Mitarbeiter. "Richtig zu tun bekommen wir aber sicher erst in einigen Wochen. Bis dahin stehe ich weiter jeden Tag um sechs Uhr auf und hoffe auf wärmeres Wetter", erzählt Claudio Camerin und verschwindet wieder zwischen seinen Mitarbeitern, die schon seit Stunden versuchen, der Schlange auf der Kasernenstraße Herr zu werden.

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(born)