1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Coronavirus: Düsseldorf bereitet vor - mehr Hygiene soll schützen

Überblick für Düsseldorf : Mehr Hygiene soll vor Coronavirus schützen

Die Menschen in Düsseldorf decken sich mit Desinfektionsmitteln für den Notfall ein. Krankenhäuser berichten von Andrang in den Notaufnahmen.

Die Düsseldorfer bereiten sich darauf vor, dass das Coronavirus bald auch die Landeshauptstadt erreicht – auch wenn aktuell weiterhin kein Grund zur Beunruhigung bestehe. Bislang wurden keine Fälle von infizierten Menschen gemeldet, doch in verschiedenen Geschäften werden die Desinfektionsmittel knapp. Ein Überblick.

Gibt es Einschränkungen wegen des Risikos in Düsseldorf? Nein. Schulen, Kitas und Ämter sind geöffnet. Die Behörden sind im Austausch wegen möglicher Notfallszenarien. Die Sorgen in der Bevölkerung sind aber spürbar: Krankenhäuser berichten von einem enormen Andrang in den Notaufnahmen von Menschen mit einfachen Erkältungssymptomen. „Bitte nicht ohne triftigen Grund in ein Krankenhaus gehen“, sagt ein verantwortlicher Arzt. Wer sich Sorgen um eine Infektion macht, sollte zuerst telefonisch das Gesundheitsamt unter 0211-8996090 kontaktieren.

Was unternimmt die Rheinbahn? Für den Schutz ihrer Passagiere orientiert sie sich an den Empfehlungen der Gesundheitsbehörden und des Robert-Koch-Institutes. Aktuell gibt es jedoch keine besonderen Maßnahmen. „Da eine Übertragung über unbelebte Oberflächen bisher nicht dokumentiert ist, ist eine zusätzliche vorsorgliche Desinfektion von Fahrzeugen und Haltestellen im Moment nicht geplant“, sagt eine Unternehmenssprecherin. Wenn also Reinigungstrupps durch die Bahnen gehen und zum Beispiel Haltegriffe säubern, gehört dies zur normalen Arbeit.

>>>In unserem Liveblog halten wir Sie zum Thema Coronavirus auf dem Laufenden<<<

Was macht D.Live bei Veranstaltungen mit Tausenden Besuchern? Freitagabend spielt die Fortuna in der Fußball-Bundesliga gegen Berlin in der Arena, im Rather Dome sehen sich die Besucher bei mehreren Veranstaltungen Disney On Ice an, in der Mitsubishi-Electric-Halle singen Tausende Kinder die Lieder beim Konzert „Bibi & Tina“ mit – in diesen Tagen treffen viele Menschenmassen aufeinander.

Stadttochter D.Live als Betreiber wird die Frequenz der regelmäßigen Reinigung von Oberflächen, vor allem im Bereich der Sanitäranlagen, während der Veranstaltungszeiten erhöhen. Für stark frequentierte Bereiche wie Eingänge, Türgriffe und Aufzugknöpfe werden vorsorglich die Reinigungsmaßnahmen intensiviert. Außerdem werden die Spielstätten mit zusätzlichen Desinfektionsmittelspendern ausgestattet.

Was sagt die Dehoga? Der Sprecher des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, Thorsten Hellwig, nahm keine gravierenden Auswirkungen auf Gaststätten und Hotellerie bisher wahr, sieht aber das große Gefahrenpotenzial. Denn sollten massiv Stornierungen kommen, dann hat das sicher auch Auswirkungen auf die Restaurants. Dass eine Messe wie die ProWein zur Diskussion steht, „ist alles andere als gut für die Branche“.

Welches Feedback geben Hotels?

Eva Herrmann, Chefin des Hotels The Fritz, bleibt gelassen. „Ich kann nicht sagen, dass wir mit mehr Stornierungen zu tun hätten als ohne das Coronavirus.“ Gleichwohl erklärt sie, dass es einige Absagen italienischer Gäste gab. Britta Kutz, Direktorin des Hotels Intercontinental an der Königsallee, sagt: „Wir beobachten die aktuellen Geschehnisse sehr genau.“

Welches Feedback gibt es von der Gastronomie? Giuseppe Saitta arbeitet laut dem Dehoga-Sprecher unter anderem verstärkt mit Desinfektionsmitteln. Gastronom Michael Naseband sagt für sein Naseband’s: „Ich persönlich glaube, dass beim Bürger durch die Berichterstattung viel Panik geschürt wird. Eine Grippewelle gibt es jedes Jahr und keiner macht sich groß Gedanken darüber.“ Er werde – wie gewohnt – am Wochenende im frisch renovierten Naseband’s sein. Er habe sein Personal angewiesen, noch „sauberer“ zu arbeiten und überall Desinfektionsmittel bereitgestellt. „Sollte diese Coronawelle uns aber länger beschäftigen, ist das schlecht für die Gastronomie.“ Frankonia-Chef Uwe Schmitz, der die komplette Andreas-Quartier-Gastronomie unter seiner Ägide hat, ist laut eigener Aussage auf alles vorbereitet. Türklinken würden desinfiziert, auf den Toiletten stünden Desinfektionsmittel bereit.

Was sagt das Heinsberger Unternehmen Otto Gourmet, das in Düsseldorf Fleisch verkauft? Der Geschäftsbetrieb sei in keiner Weise eingeschränkt, wie Marketing-Expertin Eva Kaufmann-Otto sagt, die auch mit einem der drei Geschäftsführer, Wolfgang Otto, verheiratet ist. „Unser Qualitätsmanagement ist sehr streng, die gesetzlichen Kontrollen auch – und das schon ohne das Coronavirus. Unsere Maßnahmen sind noch strikter geworden. Die Mitarbeiter klar unterwiesen.“ Auf dem Düsseldorfer Marktplatz bietet Otto Gourmet sein Fleisch an.

Direkt beliefert werden in der Landeshauptstadt 30 Gastronomiebetriebe, dazu zählen etwa die Sansibar im Breuninger-Kaufhaus und die Kochschule von Frank Petzchen. „Da läuft alles wie immer.“ Vor Ort am Carlsplatz bei Feinkost Stüttgen by Otto Gourmet bemerkt auch Betriebsleiterin Kristina Aksakal nichts Beunruhigendes. „Die Kunden sprechen mich überhaupt nicht auf das Virus an.“ Was sie allerdings merkte: „Als ich für meine achtjährige Tochter Desinfektionsmittel im Drogeriemarkt kaufen wollte, waren die Regale vollkommen leer.“

Fährt Düsseldorf zur Mipim? Am 10. März beginnt in Cannes (Südfrankreich) die Immobilienmesse Mipim. Düsseldorf und seine Partner sind dort jährlich mit einem eigenen Stand vertreten. Mehrere große Immobilienfirmen haben ihre Teilnahme bereits abgesagt, OB Thomas Geisel hält an einer Teilnahme fest. „Wenn zu viele Absagen kommen, überlegen wir neu.“

Findet das Fußgänger-Experiment mit 1500 Probanden statt? Vom 3. bis zum 6. März sollte in der Messe ein Experiment mit 1500 Menschen stattfinden. Das Forschungszentrum Jülich sagte den Versuch ab. „Wegen der Ausbreitung des Coronavirus können wir bereits jetzt eine schwindende Bereitschaft zur Teilnahme feststellen. Es ist daher nicht zu kalkulieren, ob die notwendige Anzahl an Probanden erreicht wird“, teilte ein Sprecher mit. In der zweiten Oktoberwoche soll der Termin nachgeholt werden.

>>>In unserem Liveblog halten wir Sie zum Thema Coronavirus auf dem Laufenden<<<