1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Coronakrise: Minus in der Düsseldorfer Stadtkasse liegt bei über 500 Millionen Euro

Auswirkung der Coronakrise : Minus in der Düsseldorfer Stadtkasse liegt bei über 500 Millionen Euro

Die Coronakrise lässt die Gewerbesteuer einbrechen. Neue Zahlen aus dem Rathaus zeigen das Ausmaß. Dazu kommen Mehrkosten etwa für das Quarantäneschiff. DIe Krise belastet auch die Planungen für das kommende Jahr.

Die Coronakrise beschert Düsseldorf ein dramatisches Loch in der Stadtkasse. Die Kämmerei erwartet zum Jahresende inzwischen eine Verschlechterung von mehr als 500 Millionen Euro im Vergleich zu den Planungen. Hauptgrund ist der Einbruch bei der Gewerbesteuer. Die wichtigste Einnahmequelle der Stadt liegt rund 400 Millionen Euro unter Plan; veranschlagt gewesen war vor Jahresbeginn rund eine Milliarde Euro. Dies besagt nach Informationen unserer Redaktion ein Bericht, der dem Stadtrat in seiner ersten Sitzung am 5. November vorgelegt werden soll.

Die Kämmerei berichtet der Politik in jedem Quartal, wie sich das Jahr finanziell entwickelt hat. Der noch aktuelle Bericht bezieht sich auf die Entwicklung bis zum 31. August und leitet daraus die Prognose bis zum Jahresende ab. Es ist also möglich, dass sich das Ergebnis weiter veschlechtert – etwa durch Mehrkosten zur Bewältigung der steigenden Infektionszahlen.

Die Mehrkosten, etwa für das Quarantäneschiff, belaufen sich auf rund 76 Millionen Euro. Dazu kommen zusätzliche Gelder für das Personal etwa für die Corona-Hotline in Höhe von 17 Millionen Euro. Auch einige Stadttöchter werden durch ausbleibende Ausgaben oder fehlende Einnahmen schwer getroffen, darunter Flughafen, Messe und Rheinbahn – auch das könnte die Stadtkasse belasten.

Der finanzielle Spielraum der Stadt wird auch davon abhängen, wie hoch die angekündigten Hilfen von Bund und Land ausfallen. Nach derzeitigem Stand dürfte die Hälfte der Steuerausfälle ausgeglichen werden, Düsseldorf würde also rund 200 Millionen Euro erhalten. Darüber hinaus hofft auch die Rheinbahn auf hohe Beträge.

Die Coronakrise überschattet auch die Haushaltsplanung für das nächste Jahr. Falls der neu gewählte Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) den Termin nicht verschieben lässt, wird der Entwurf am 5. November in den Rat eingebracht. Im Februar soll die Politik ihn mit ihren Änderungswünschen beschließen. Wegen der Wahl ist das Verfahren, das sonst im Dezember abgeschlossen ist, verschoben worden.