Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf Studie soll Ausbreitung des Coronavirus erklären

Düsseldorf · Eine Pilotstudie in Düsseldorf soll herausfinden, wie sich das Coronavirus überträgt. Daraus ließe sich auch schließen, an welchen Orten die Ansteckungsgefahr besonders hoch ist.

Corona-Test im Labor (Symbolbild).

Corona-Test im Labor (Symbolbild).

Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Wie sich das Coronavirus ausbreitet, wollen Wissenschaftler der Heinrich-Heine-Universität (HHU) und des Universitätsklinikums zusammen mit dem Gesundheitsamt Düsseldorf besser verstehen. In einer Pilotstudie untersuchen sie dazu die Übertragungswege. Alle neuen Corona-Fälle in Düsseldorf werden dazu innerhalb von 48 Stunden sequenziert.

Das heißt, der Aufbau der Erbinformation eines Erregers wird untersucht. Dadurch kann man den „genetischen Fingerabdruck“ von Viren bestimmen und unterschiedliche Stämme eines Erregers im Infektionsgeschehen unterscheiden. So ist es möglich, Übertragungsketten zu erkennen. Die Daten stellen die Wissenschaftler dem Gesundheitsamt zur Verfügung, das dann Maßnahmen einleiten könnte, zum Beispiel im Falle von größeren Ausbrüchen.

Zudem könnten Ansteckungsrisiken an unterschiedlichen Orten – Arbeit, Schule, Friseur, Fitness-Studio oder in Geschäften – mithilfe der Ergebnisse besser eingeschätzt werden. Diese Erkenntnisse könnten auch bundesweit relevant sein, schätzen die Wissenschaftler. „Die Daten aus einer Großstadt wie Düsseldorf dürften sich in dem Punkt nicht wesentlich von anderen Städten unterscheiden“, sagt Jörg Thimm, Leiter der Virologie an der HHU.

Ganz direkt von der Pilotstudie profitiert das Gesundheitsamt bei der Nachverfolgung der Kontaktpersonen. „Wir sind der Überzeugung, dass die nun begonnene Sequenzierungsstudie ein Fortschritt ist, um die Ausbreitung des Coronavirus in Düsseldorf besser zu verstehen“, sagt Klaus Göbels, Leiter des Gesundheitsamtes. „Eine schnelle Verfügbarkeit der Daten ist für uns wichtig, um diese im Rahmen unserer Kontaktverfolgung und zum Auffinden von Quellclustern auch tatsächlich nutzen zu können.“ Die Virussequenzierung gibt also wichtige Hinweise, welche Infektionen in einem Zusammenhang stehen.

(veke)
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