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Corona in Düsseldorf: Bei Bildung und Betreuung fehlt klare Linie - Kommentar

Corona in Düsseldorf : Bei Bildung und Betreuung fehlt eine klare Linie

Nein, aus einem Guss ist der Umgang mit Kindern und Jugendlichen in den Bildungs- und Betreuungseinrichtungen nicht. Dank sehr verschiedener Konzepte des Landes für die Kitas und Schulen. Auch in Düsseldorf verunsichert das Tausende Eltern.

Wer Nachwuchs in der Tagesstätte und der Schule hat, reibt sich verwundert die Augen. Denn während in der Kita jeder selbst entscheiden kann, ob er den Dreikäsehoch in eine nur leicht reduzierte Betreuung mit immerhin bis zu sieben Stunden am Tag schickt, bleibt das an den Schulen überwiegend ein Tabu.

Daran ändert auch die Notbetreuung, die vor allem an den Grundschulen von etwa einem Achtel der Eltern genutzt wird, nur wenig. Denn das Signal ist hier klar: Der Distanzunterricht trifft alle gleichermaßen. Die vor Ort sind, weil beide Eltern sonst mit ihren Jobs nicht klarkommen, haben keine Vorteile. Jedenfalls keine wesentlichen.

Weniger eindeutig ist das bei den Kitas. Hier kommt bei den Eltern vor allem an, dass sie selbst entscheiden können. Die Botschaft: Wer möchte, kann den Nachwuchs bringen. Den Eltern nun pauschal mangelnde Solidarität zu unterstellen, greift aber zu kurz.

Denn neben den Bequemen (eine Minderheit) gibt es viele, die im Job nicht dauernd Extrawürste gebraten bekommen wollen. Sie scheuen sich nicht zuletzt mit Blick auf die dann mehr belasteten Kollegen, Kinderkrankentage oder vergleichbare Angebote anzunehmen. Und nutzen eben deshalb die leicht verfügbaren Kita-Plätze.