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Corona in Düsseldo: Heimschließungen für Sozialverbände das letzte Mittel

Corona in Düsseldorf : Heimschließungen für Sozialverbände das letzte Mittel

Iris Bellstedt löst Henric Peeters als Sprecherin der Liga der Düsseldorfer Wohlfahrtsverbände ab. Die Pandemie bleibt für die Verbände die entscheidende Herausforderung. Dabei gehe es auch die sozialen Folgen.

Die Situation in den Altenheimen und die sozialen Folgen der Pandemie für die Stadtgesellschaft werden die Arbeit der Düsseldorfer Sozialverbände auch im laufenden Jahr prägen. „Der Schutz der Menschen muss weiter im Mittelpunkt stehen“, sagt Iris Bellstedt. Die Geschäftsführerin des Paritätischen löst Caritas-Direktor Henric Peeters als Sprecherin der Liga der Wohlfahrtsverbände ab. Gemeinsam sprachen die beiden Sozialexperten bei der Staffelübergabe über die aktuellen Herausforderungen.

Dabei sind die Gefühle zwiegespalten. Hoffnung macht die bereits angelaufene Impfkampagne in den Heimen – trotz der aktuellen Engpässe und Verzögerungen. „Wir schauen deshalb wieder optimistischer in die Zukunft“, sagt Bellstedt. Warum das so ist, untermauert Peeters mit Zahlen. So seien in den Heimen der Caritas 93 Prozent der Bewohner und 74 Prozent der Pflegenden inzwischen geimpft. Insgesamt seien das 1530 Männer und Frauen. 

Für große Verunsicherung sorgen dagegen die aktuellen Mutationen des Coronavirus. „Im Zweifel müssen wir Leben schützen“, sagt Peeters. Würden diese neuen Viren für eine Dynamik sorgen, wie sie Großbritannien und Irland bereits erleben, sei eine erneute Schließung der Heime für Besucher „als Ultima Ratio“ nicht auszuschließen. Natürlich zerreiße ihn und andere eine solche Abwägung, „aber an Corona kann man sterben, bei der Einsamkeit gibt es dagegen gute Strategien, die Folgen zu minimieren“.

Akzente will Bellstedt bei den Themen Flucht und Migration, Langzeitarbeitslosigkeit und Kinderbetreuung setzen. So müsse die Schuldnerberatung ausgebaut werden, die Anfragen hätten während der Pandemie noch einmal zugelegt. Wichtig ist der 54-Jährigen, die ihre politische Heimat bei den Grünen hat, den Betreuungsschlüssel in den Flüchtlingsunterkünften zu erhöhen. „Das Verhältnis von einem Betreuer auf 200 Geflüchtete muss auf eins zu 125 abgesenkt werden.“

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