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Corona-Demo in Düsseldorf - Enthemmte Extremisten

Corona-Demo in Düsseldorf : Enthemmte Extremisten

Mehrere Tausend Gegner einer Corona-Impfpflicht haben am Samstag in Düsseldorf demonstriert. Die Polizei schätzte die Zahl auf rund 4000. Die Teilnehmer zogen durch die Innenstadt. Angemeldet waren rund 1000 Menschen.

Es ist sehr schwer zu ertragen, wenn am Samstag vor dem vierten Advent Demonstranten über die Düsseldorfer Königsallee ziehen und auf einem Banner „Stoppt die Corona-Diktatur“ zu lesen ist. Was für eine Diktatur? Darf man in Diktaturen demonstrieren? Gibt es dort ein Recht auf freie Meinungsäußerung?

Immerhin hat die Polizei verhindert, dass die Demo an der Mahn- und Gedenkstätte vorbeiführt, wo man am vergangenen Wochenende noch mit Pechfackeln vorbei gezogen ist. Richtig peinlich wird es, wenn die AfD-Jugend mit Deutschland-Fahnen in dem Zug mitläuft, auch wenn es die Veranstalter selbst nicht gerne sehen. Sie wollen nach eigenen Angeben ja nur verhindern, dass ihre Kinder geimpft werden. Für die Corona-Rebellen Düsseldorf ist die Pandemie eh nur ein Ins­trument, „um perverse Machtfantasien“ zu verhindern, wie es auf einem ihrer Flyer heißt.

Wie sagte Kanzler Olaf Scholz neulich in seiner Regierungserklärung? „Wir werden es uns nicht gefallen lassen, dass eine winzige Minderheit von enthemmten Extremisten versucht, unserer gesamten Gesellschaft ihren Willen aufzuzwingen.“ 4000 Teilnehmer – von dieser Zahl sollte man sich nicht erschrecken lassen, auch wenn es an einem Einkaufssamstag für viel Aufsehen sorgt.  4000 Teilnehmer – das sind gerade mal 0,6462 Prozent aller Einwohner Düsseldorf.  Es ist zwar nur eine winzige Minderheit, und trotzdem ist es schwer zu ertragen.