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Banken in Düsseldorf: Commerzbank vermittelt Fremdkredite

Banken in Düsseldorf : Commerzbank vermittelt Fremdkredite

Commerzbank vermittelt Fremdkredite Um dem Druck der Internet-Banken entgegenzuwirken, erweitert die Düsseldorfer Commerzbank ihr Angebot bei Immobilienfinanzierungen. Als erste westdeutsche Stadt werden hier Kredite anderer Banken vermittelt. Verbraucherschützer raten, dennoch selbst andere Anbieter anzufragen.

Düsseldorf erlebt derzeit einen Immobilienboom. Die wachsende Stadt und die rekordverdächtig niedrigen Zinsen lassen die Nachfrage nach Immobilienkrediten wachsen. Gleichzeitig erhalten die etablierten Anbieter - Volksbanken, Sparkassen und Großbanken - wachsende Konkurrenz aus dem Internet. Verbraucher können auf diversen Portalen im Netz scheinbar in Sekundenschnelle den günstigsten Anbieter für die Finanzierung ihres Eigenheims auswählen. Das setzt herkömmliche Immobilienfinanzierer unter Druck. Für die Verbraucher entsteht das Problem fehlender Beratungsleistungen.

Die Düsseldorfer Commerzbank möchte diese Lücke nun schließen und bietet eine Kombination aus den bisherigen Vertriebsmodellen. "Ab sofort bieten wir eine unabhängige Beratung zur Immobilienfinanzierung auch hier in Düsseldorf an. Neben hauseigenen Finanzierungen vermitteln wir nun auch Kredite anderer Banken, Sparkassen und Versicherungen. Wir nutzen dafür eine offene Immobilienplattform unseres Partners Interhyp", sagte Harald Mögebauer, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Düsseldorfer Commerzbank. Düsseldorf ist die erste westdeutsche Großstadt, in der die zweitgrößte deutsche Privatbank diesen Vertriebsweg testet.

Die Commerzbank verspricht den Zugriff auf mehr als 250 regionale und überregionale Anbieter von Immobilienkrediten. "Baufinanzierungen sind keine Standardprodukte, sondern sehr individuell - und obendrein meist die wichtigsten finanziellen Entscheidungen im Leben eines Privatkunden. Neben dem Zins beeinflusst die Struktur der Finanzierung maßgeblich die finanzielle Belastung.

Wer zum Beispiel regelmäßig Sonderzahlungen erhält, sollte auch Sondertilgungen vereinbaren. Und wer energiesparend baut, kann von zinsgünstigen KfW-Förderdarlehen profitieren", sagt Mögebauer. Die Kunden könnten so bei der Commerzbank die am Markt erhältlichen Baufi-Konditionen auf einen Blick vergleichen. Die zeitraubenden Wege zu anderen Instituten, verbunden mit jeweiliger Datenaufnahme und Dokumentenprüfung, würden entfallen. "Jetzt reicht es aus, zur Commerzbank zu gehen", sagt Mögebauer selbstbewusst. Sollte am Ende der Beratung ein Fremdangebot günstiger sein, vermittelt die Commerzbank den Kredit des Konkurrenten. Eine mögliche Provision geht an die vermittelnde Bank. Verbraucherschützer beurteilen das neue Angebot der Commerzbank differenziert. "Grundsätzlich ist es begrüßenswert, dass die Commerzbank mehr Auswahl und damit mehr Transparenz für den Kunden schafft", sagt Thomas Lange von der Verbraucherzentrale in Düsseldorf. Allerdings rät Verbraucherschützer Lange dazu, weiter selbst nach Konditionen zu schauen. "Die Kunden sollten sich trotz des Vergleichs nicht von nur von dem Angebot der Commerzbank leiten lassen. Wir raten deshalb dringend, weiterhin auch die Angebote der Volksbanken, Sparkassen, Privatbanken, Versicherungen und der Internetanbieter aufmerksam zu prüfen, bevor man sich für einen Finanzierer entscheidet", sagt Lange. Obendrein sei nicht klar, nach welchen Kriterien und aus welchem Pool die Commerzbank die Vergleichsbanken auswähle. Die Verbraucherzentrale selbst bietet ebenfalls eine Immobilien-Finanzierungsberatung an. Sie dauert eineinhalb Stunden und untersucht auch mögliche Fördermittel beim Hausbau, etwa von der KfW. Allerdings ist die Beratungsleistung nicht ganz billig. So fallen Gebühren von 170 Euro an.