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Codierung und Erwachsenenkurse - so bringt der ADFC mehr Düsseldorfer aufs Fahrrad

Radaktion in Düsseldorf : Warum Fahrräder besser codiert sein sollten

Der ADFC will mehr Menschen aufs Rad bringen – und ihnen auch helfen, es zu behalten. Was der Verein noch tut, um Radfahren in Düsseldorf attraktiv zu machen.

Der Radverkehr in Düsseldorf nimmt zu: Immer mehr Düsseldorfer steigen aufs Rad. Immer mehr Fahrräder sind im Straßenverkehr zu sehen. Das heißt aber auch, dass „Langfinger“ mehr Chancen haben, sich widerrechtlich ein Fahrrad anzueignen und meist kommen sie damit ungestraft durch. Die Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstählen liegt bei nur 8,2 Prozent. Das Interesse, das eigene Rad zurückzubekommen ist jedoch groß. So gibt es bspw. sogar eine facebook-Seite, auf der „ehemalige“ Fahrradinhaber dazu auffordern sich zu melden, wenn ihr Rad irgendwo gesichtet wird.

Aber ohne Eigentumsnachweis kommen die rechtmäßigen Besitzer nicht wirklich weiter. Sie müssen beweisen, dass das vermeintliche zweirädrige Diebesgut ihnen gehört. Wer sein Fahrrad codieren lässt, macht Dieben das Leben schwer. Die Codierung zeigt sofort, wer der Eigentümer des geklauten Rads ist. Der Code ist personenbezogenen und besteht aus einer individuellen Ziffern- und Buchstabenkombination. Sie setzt sich zusammen aus dem Autokennzeichen und Gemeindecode des Ortes, in dem der Eigentümer wohnt, einer fünfstelligen Zahl für die Straße, drei Ziffern für die Hausnummer, sowie den Eigentümer-Initialen, möglichst ergänzt durch eine zweistellige Jahreszahl der Codierung. Der Vorteil: Polizei oder Fundbüro erkennen anhand des Codes sofort den Eigentümer des Fahrrads und können ihn im Fall des Falles informieren – ohne Rückgriff auf Datenbanken.

Das war auch der Grund für Wolfgang Hilscher die Codierungsaktion des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) in der Zentralbibliothek am Bertha-von-Suttner-Platz zu besuchen. „Im Rentenalter habe ich mir ein neues Rad gegönnt. Das war entsprechend teuer“, verrät Hilscher. „Wo so viele Fahrräder geklaut werden, habe ich gedacht, es ist sicherer, wenn es codiert ist. Und die Codierung wirkt ja auch abschreckend auf Diebe, weil sie ja sichtbar am Rahmen angebracht ist.“ Der ADFC hatte viel zu tun, denn mehr als 70 Fahrradbesitzer, die Personalausweis und Kaufbelege vorlegen mussten, machten die Codierungsaktion mit.

Den Langfingern den Weiterverkauf des Diebesgutes zu erschweren war jedoch nicht der einzige Aktionspunkt der ADFC-Veranstaltung. Vielmehr gab es einen umfassenden Einblick in die Angebote des bundesweit tätigen Fahrradclubs. In kleinen Workshops, konnte man lernen einen Fahrradschlauch sach- und fachgerecht zu flicken, wurden ebenso angeboten wie jede Menge Informationen zu Radtouren in der Umgebung, Deutschland, im Ausland und zu allen Aktivitäten, die der ADFC Düsseldorf offeriert, wie etwa . Fahrradkurse für Erwachsene. „Die meisten interessierten sich für die Radtouren in der Umgebung, aber es gingen auch schon Informationen zu Radfahren am Bodensee weg“, verriet ADFC-Ehrenamtler Burkhard Müller.

Zwischen den Reparaturworkshops schauten sich Ehrenamtliche mitgebrachte Räder an, überprüften u.a. die Bremsen, Schaltung und Beleuchtung und sorgten so für Straßentauglichkeit und Verkehrssicherheit.

Der ADFC will, dass noch mehr Menschen aufs Rad steigen. Aber nicht alle, auch nicht alle Erwachsene können Rad fahren. Deshalb bietet der deutsche Radfahrclub auf einem abgeschirmten Verkehrsübungsplatz Wochenendkurse an, in denen Erwachsene das Radfahren erlernen oder auffrischen können. „Wir machen die Kursteilnehmer langsam mit dem Rad vertraut, machen Balanceübungen und nehmen allmählich die Angst, die Füße vom Boden zu nehmen“, erläutert Radfahr-Trainer Klaus Helmke. Der Freitagabend beginnt mit einer Einführung und theoretischen Grundlagen wie z.B. wichtiger Verkehrsregeln. Am Samstag und Sonntag folgen viele aufeinander aufbauende praktische Übungen mit eigens für die Radfahrschule erworbenen Rädern. Erlernt wird u.a. Auf- und Absteigen, sicher Anhalten, Kurvenfahren bis zum leichten Slalom. Der ADFC nennt ihr Lehrsystem BALU genannt: Balancieren, Aufsteigen, Losfahren und Umgang mit dem Rad. Da wird es in Zukunft wohl noch mehr Radfahrer auf Düsseldorfer Straßen geben.