„Clean River Project“ in Düsseldorf: Müllsammeln und Fotokunst

„Clean River Project“ in Düsseldorf : Müllsammeln und Fotokunst

Mit dem „Clean River Project“ stand in der Landeshauptstadt kurz nach dem Kippenaufsammeln in der Innenstadt und rund einen Monat vor dem großen „Rhine Clean Up“ eine weitere Müllsammelaktion auf dem Programm. Diese hatte sogar einen künstlerischen Aspekt.

Ins Leben gerufen wurde das „Clean River Project“ von Stephan Horch. 2015 paddelte der Fotodesigner von Koblenz den Rhein hoch bis zur Mündung, um auf die Verschmutzung des Flusses aufmerksam zu machen.

In diesem Jahr paddelt Horch wieder, diesmal von Koblenz bis Berlin. Begleitet wird die Aktion von sieben sogenannten „Cleanup Events“. Das dritte auf der Tour fand am Mittwoch in Düsseldorf statt.

Treffpunkt der Müllsammler war die Marina im Handelshafen. Freiwillige konnten sich dort mit Handschuhen, Greifzangen und Müllbeuteln ausstatte. Arne Bleidt vom „Clean River Project“ schätze die Zahl der Sammler kurz vor Beginn der Aktion auf mindestens 40. „Es werden aber bestimmt noch mehr. Bei den vorherigen Events waren es einmal sogar 100.“ Einige kuriose Fundstücke wurden dabei aus der Böschung und aus dem Wasser gefischt: „Eine Schreibmaschine, Autoreifen und sogar Sexspielzeug“, zählte Bleidt auf.

In Düsseldorf habe man sich drei Areale ausgeguckt, an denen der Müll aufgesammelt werden soll. „Wir starten hier im Hafen und gehen dann in Richtung Paradiesstrand.“ Initiator Stephan Horch werde mit seinem Kajak im Hafen und auf dem Rhein unterwegs sein und von der Wasserseite aus Müll einsammeln.

Ganz allein musste er nicht paddeln, Mike Matthies vom Düsseldorfer Projekt „Blockblocks Rhein Clean Up“ hatte ebenfalls sein Kajak dabei. Auf dem Wasserweg zum Treffpunkt an der Marina hatte er bereits ein bisschen Müll eingesammelt. „Ich bin vom Paradiesstrand aus einen halben Kilometer bis hierher gepaddelt“, sagte Matthies. Gut 50 Meter sei er direkt am Ufer entlang gefahren. Was er auf dem kurzen Stück gefunden hat: eine Frisbee-Scheibe, eine noch sehr neue Frischhaltedose, Coffee-to-go-Becher, eine Trinktüte, Plastikdeckel, Tüten und eine Zigarettenpackung.

Die übrigen Müllsammler waren zwei Stunden lang am Rheinufer unterwegs. Danach sollte der gesammelte Müll auf einen Haufen geschüttet werden. Den werde man dann mit nach Berlin nehmen, der letzte Station der Aktion, erklärte Bleidt. Dort werde es dann eine große Müllausstellung geben, unter anderem mit Fotos von Stephan Horch, auf denen der Müll künstlerisch dargestellt wird.

Vom Mitte September stattfindenden „Rhine Clean Up“ hatte Bleidt auch bereits gehört. „Wir hoffen mal, dass die Sammler an den Stellen, wo wir schon waren, nichts mehr finden werden.“ Das dürfte wohl leider ein frommer Wunsch bleiben.

Die nächsten Stationen der Müllsammler sind Oberhausen, Hannover, Magdeburg und schließlich die Bundeshauptstadt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: „Clean River Project“ - Müllsammeln am Rhein in Düsseldorf

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