Name und Nachricht: Christian Fischer wird von der Börse getröstet

Name und Nachricht: Christian Fischer wird von der Börse getröstet

Ein Bayer ist der neue starke Mann beim Düsseldorfer Verpackungsmittelhersteller Gerresheimer AG. Am Mittwoch hatte Christian Fischer seine erste Pressekonferenz zur Präsentation der Quartalszahlen.

Und nach vielen Jahren mit vor allem guten Nachrichten, die sein gerade ausgeschiedener Vorgänger Uwe Röhrhoff sicher gerne verbreiterte, musste Fischer, noch keine sechs Wochen im Amt, die Stimmung der Anleger eintrüben. Das im Börsensegment MDax notierte Unternehmen hält nach erneuten Umsatz- und Gewinnrückgängen im dritten Quartal seine Jahresprognose für kaum noch erreichbar. Das Ziel eines Umsatzes von rund 1,4 (Vorjahr: 1,375) Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2017 sei "aus derzeitiger Sicht eher schwer zu realisieren", räumte Fischer gestern ein. Auch der operative Gewinn könnte um etwa zehn Millionen Euro geringer ausfallen als die eigentlich in Aussicht gestellten rund 320 Millionen Euro. Er und sein Finanzvorstand Rainer Beaujean führen die Umsatzrückgänge auf eine geringere Nachfrage von Pharmakunden sowie rückläufige Geschäfte in Nordamerika zurück. Schuld daran dürfte Fischer sicher nicht tragen als Newcomer, dennoch sieht ein guter Start anders aus. Jetzt will Fischer erst mal im Rheinland ankommen. Zurzeit sucht er mit seiner Frau nach einer Wohnung in Düsseldorf. Bislang wohnte der gebürtige Bayer in Mannheim, wo er fast 25 Jahre für BASF tätig war. Allein die von ihm bei dem Chemiegiganten verantwortete Sparte macht mehr als vier Milliarden Euro Umsatz im Jahr.

Die Börsen scheinen Fischer entweder trösten zu wollen, oder sie haben - was wahrscheinlicher ist, wohl etwas Schlimmeres erwartet. Der Aktienkurs stieg gestern um 2,3 Prozent.

(tb)