Düsseldorf: Chinatown am Rhein

Düsseldorf : Chinatown am Rhein

Die chinesische Gemeinde in Düsseldorf wächst – das zeigte auch das Chinafest am Rathaus. Dort drängelten sich fast mehr Chinesen als andere Interessierte durch die Gassen zwischen den Ständen, um traditionelles Küche und Kultur zu genießen.

Die chinesische Gemeinde in Düsseldorf wächst — das zeigte auch das Chinafest am Rathaus. Dort drängelten sich fast mehr Chinesen als andere Interessierte durch die Gassen zwischen den Ständen, um traditionelles Küche und Kultur zu genießen.

Auch wenn Qimei Li manchmal ihre Heimat vermisst, fühlt sich die gebürtige Chinesin in Düsseldorf wohl. "Die Düsseldorfer sind sehr offen und tolerant", erzählt sie. Li studierte Germanistik in Peking, bevor sie 2008 nach Deutschland kam. Drei Jahre später begann sie, für ein Düsseldorfer Beratungsunternehmen zu arbeiten.

Denn das Leben in der Landeshauptstadt hat seine Vorteile: Durch den Zuzug vieler Chinesen hat sich mittlerweile eine beachtliche chinesische Gemeinde gebildet, deren Größe die Stadt auf rund 3500 Menschen beziffert. Für Qimei Li ist diese Gemeinschaft wichtig, um mit ihrer Heimat verbunden zu bleiben. Doch es gebe auch Chinesen, die sich von ihren Landsleuten abkapseln, sagt sie.

Für die Heimatverbundenen sind Veranstaltungen wie das Chinafest dagegen eine Möglichkeit, Traditionen zu pflegen und diese gleichzeitig auch anderen Menschen zu präsentieren. So drängelten sich fast mehr Chinesen als andere Interessierte am Samstag durch die schmalen Gassen zwischen den Ständen, um traditionellen Tee zu kosten oder chinesischer Musik auf der Festbühne zu lauschen. Und da Chinesen Essen über alles lieben, drängelten sich die Gäste vor allem an den Imbissbunden, um Original-Gerichte wie Dumplings und Dim Sum zu genießen.

Abseits des Festes hat sich in der Nähe des Bahnhofes eine Art Chinatown gebildet. Einige Supermärkte bieten Qimei Li und ihren Landsleuten Waren aus der Heimat an. Zudem gibt es dort Restaurants, die authentische chinesische Küche anbieten. Ente süßsauer und Glückskekse sucht man dort vergeblich.

Dafür gibt es beispielsweise Gong Bao Hähnchen, ein scharf gewürztes Hühnergeschnetzeltes. Um herauszufinden, ob ein Restaurant richtige chinesische Küche anbietet, rät Qimei Li zum Blick durchs Fenster: "Wenn man dort Chinesen essen sieht, wird es ein gutes Restaurant sein", sagt sie.

Doch trotz des großen Angebotes gibt es auch Dinge, die Qimei Li in Düsseldorf vermisst. Kulturelles Leben wie Kabarett oder Musik spielt sich meist nur zu besonderen Anlässen wie beim Chinafest ab. Besonders fehlt es ihr an der Möglichkeit, selbst zum Mikrofon zu greifen. "Leider gibt es hier noch keine chinesische Karaokebar", sagt sie.

(RP)
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