Düsseldorf: Chancen für Markthalle steigen

Düsseldorf: Chancen für Markthalle steigen

Die Ideen der beauftragten Architekten für die Fläche vor dem Dreischeibenhaus sollen im Februar vorliegen. Sie könnte frei bleiben. Oder bebaut und als Markt genutzt werden – wofür sich immer mehr aussprechen.

Die Ideen der beauftragten Architekten für die Fläche vor dem Dreischeibenhaus sollen im Februar vorliegen. Sie könnte frei bleiben. Oder bebaut und als Markt genutzt werden — wofür sich immer mehr aussprechen.

Der Carlsplatz könnte in der Innenstadt Konkurrenz bekommen. Denn immer mehr Politiker und Bürger sprechen sich dafür aus, dass das seit Monaten umstrittene "Baufeld 4" am Gustaf-Gründgens-Platz (südlich des Dreischeibenhauses) doch bebaut und als Markthalle mit Gastronomie genutzt wird. Diese Möglichkeit wird wohl auch in den Entwürfen der drei von der Stadt beauftragten Architekturbüros zu finden sein.

Blick Richtung Schauspielhaus, falls das Baufeld frei bleibt. Foto: Cadman

Sie sollen Vorschläge für drei Szenarien machen:

1\. Die Fläche bleibt unbebaut und wird gestaltet (zum Beispiel mit Grün, Kunst oder einem Brunnen).

2\. Das Baufeld wird bebaut, aber mit einem niedrigen und nicht allzu voluminösem Gebäude (dabei wäre eine Markthalle denkbar).

3\. Es wird mit einem größeren Bauvolumen gebaut (etwa sechs Geschosse auf mehr Fläche).

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OB Dirk Elbers (CDU) hatte vergangenen Sommer die Randbebauung des Gründgens-Platzes in Frage gestellt und spricht sich seitdem dafür aus, das "Baufeld 4" freizulassen. Er argumentiert mit Sichtachsen auf das Schauspielhaus, die nach dem Abriss der Hochstraße Tausendfüßler frei geworden seien. "Ich bekomme dafür viel Zuspruch und bin nach wie vor davon überzeugt, dass es sich lohnen würde." Auch die Spitze des Heimatvereins Düsseldorfer Jonges möchte die Lösung.

Parallel hat ein fünfköpfiges Team von Düsseldorfern nach dem Vorbild der spanischen Hauptstadt Madrid eine Idee für eine Markthalle an dieser Stelle erarbeitet (siehe Bild). Der Entwurf mit gläsernen Säulen stammt von dem Architekten Caspar Schmitz-Morkramer. Zu den von der Stadt beauftragten Büros gehört er allerdings nicht.

Mit dabei sind Juan Pablo Molestina und Thomas Fenner, die 2009 bei dem Wettbewerb der Stadt von einer Jury zu Siegern gekürt wurden. Ihr Entwurf sieht am Gründgens-Platz mehrere Baufelder vor. Das "Baufeld 4" sollte ursprünglich achtgeschossig bebaut werden, die Höhe wurde später um zwei Geschosse reduziert. Nun wird das Siegerteam komplett überarbeitete Vorschläge für die Szenarien machen. Zu Details will man sich angesichts des laufenden Verfahrens nicht äußern. Es gilt jedoch als wahrscheinlich, dass sie eine Bebauung empfehlen. Auch das Büro des Düsseldorfer Architekten Christoph Ingenhoven reicht Vorschläge ein.

Eine Markthalle als Nutzung ist bei ihm denkbar. Dritter im Bunde ist das Büro Snohetta aus Oslo. Alle erarbeiten Ideen für die drei Szenarien. Sie werden nicht einer Jury, sondern den Verantwortlichen im Rathaus und danach den politischen Gremien vorgelegt. "Ich erwarte auch Vorschläge für eine mögliche Nutzung", sagt Planungsdezernent Gregor Bonin.

"Ich hoffe, dass die Idee einer Markthalle aufgegriffen wird", sagt Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP). Voraussetzung sei eine filigrane Architektur. Ihre Fraktion ist von diesem Vorschlag begeistert. Auch aus den Reihen der CDU gibt es Zustimmung: "Die Idee der Markthalle ist gut", sagt Planungsexperte Alexander Fils. Für den Entwurf von Schmitz-Morkramer kann er sich jedoch nicht erwärmen. "Es muss reduzierter sein." OB Elbers will keinen zweiten Carlsplatz. "Aber wenn die Mehrheit eine Markthalle möchte", werde man sich auch damit auseinandersetzen.

(RP)
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