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Debatte um Landesvorsitz: CDU: Viel Zuspruch für Röttgen

Debatte um Landesvorsitz : CDU: Viel Zuspruch für Röttgen

Bei der Debatte um die Kandidaten für den CDU-Landesvorsitz, Armin Laschet und Norbert Röttgen, ist die Meinung geteilt. Unter führenden Köpfen in Düsseldorf zeichnet sich eine Mehrheit für den Bundesumweltminister ab.

Die bevorstehende Kampfkandidatur zwischen Bundesumweltminister Norbert Röttgen und dem früheren NRW-Integrationsminister Armin Laschet um den CDU-Landesvorsitz wird auch in Düsseldorf diskutiert.

Eine Empfehlung des CDU-Kreisvorstands an die Mitglieder, die in einer Befragung über die Kandidaten entscheiden sollen, wird es laut Parteichef Klaus-Heiner Lehne nicht geben, wie er einem engeren Kreis seines Kreisverbands mitgeteilt hat. "Eine solche Empfehlung würde das Verfahren der Mitgliederbefragung ja geradezu auf den Kopf stellen", so Lehne. Persönlich nannte der Europaparlamentarier im Gespräch mit unserer Zeitung offen Laschet als seinen Favoriten.

Dennoch zeichnet sich unter führenden Düsseldorfer CDU-Köpfen eine leichte Mehrheit für Röttgen ab. Nach Oberbürgermeister Dirk Elbers spricht sich nun auch Friedrich G. Conzen, Chef der CDU-Fraktion und der CDU-Mittelstandsvereinigung Düsseldorf, klar für Röttgen aus. "Beide sind gute Kandidaten, aber für mich ist Röttgen der geeignetere Mann", sagt Conzen. Denn der Bundesminister stehe für Politik im Sinne des Mittelstands.

Auch Wolfgang Schulhoff, Präsident der Handwerkskammer und Ehren-Vorsitzender der Düsseldorfer CDU, setzt auf Röttgen: "Ich kenne ihn gut aus meiner Zeit im Bundestag. Er kann der Partei wieder eine Zukunft geben, ist ambitioniert, denkt modern, das aber im konservativen Sinne." Konservativismus dürfe nicht Ideologie sein.

"Klar für NRW entscheiden"

Auch Laschet sei ein guter Kandidat, doch weiß Schulhoff noch nicht, wo der Aachener bei bestimmten Fragen genau steht. Ein entsprechendes Gespräch sei bereits verabredet.

Die Nähe zu Düsseldorf, die gerne als Argument für Laschet angeführt wird, lässt Schulhoff nicht gelten. "Allerdings ist es wichtig, dass Röttgen sich klar für Nordrhein-Westfalen entscheidet, falls es zu Neuwahlen kommt und bei einer Niederlage auch bereit ist, im Landtag Oppositionsführer zu sein." Ansonsten müsse NRW als größtes Bundesland auch in Berlin einen starken Part spielen. Dafür sei Röttgen der Geeignetere.

Peter Preuß, Landtagsabgeordneter und in Düsseldorf Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels CDA, favorisiert hingegen Laschet: "Ich halte es für dringend notwendig, dass der Landeschef vor Ort und auch Mitglied des Landesparlaments ist." Nur so lasse sich gezielt Politik gegen die rot-grüne Landesregierung machen. Das sei bei Röttgen als Bundesminister nicht der Fall.

Ansonsten seien beide respektable Kandidaten, zwischen denen es inhaltlich kaum unterschiedliche Positionen gebe. Preuß räumt allerdings ein, dass Laschets Vorpreschen in der Sommerpause bei der Bekanntgabe der Kandidatur "unglücklich gewesen" sei.

Aber auch in der Düsseldorfer CDA gehen die Meinungen auseinander: Der Ehren-Vorsitzende Heinz Hardt hat sich auf Anfrage der Rheinischen Post für Röttgen ausgesprochen — sofern der sich klar zu NRW bekenne.

(RP)