Arbeitslose Jugendliche: CDU streitet um Helfer in Kitas

Arbeitslose Jugendliche: CDU streitet um Helfer in Kitas

Die Fraktion will, dass arbeitslose Jugendliche in Kitas eingesetzt werden, um ihnen damit neue Chancen zu eröffnen. OB Dirk Elbers ist dagegen. Er hat gestern 104 weitere Verträge für Erzieherinnen entfristet.

104 Kita-Mitarbeiterinnen haben gestern unbefristete Verträge erhalten. Oberbürgermeister Dirk Elbers wandelte ihre bisherigen, zeitlich befristeten Verträge um. Schon im Vorjahr hatte er 157 Beschäftigte in unbefristete Verhältnisse übernommen.

Damit arbeiten noch 99 der 1200 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst der Stadt mit befristeten Verträgen. Zudem bekommen die 106 städtischen Kitas einen Zuschuss von 500 000 Euro — 1400 Euro pro Gruppe. Das Geld wurde im vergangenen Jahr an Personalkosten eingespart, als die Erzieherinnen streikten. Elbers: "Die Summe geht an die Einrichtungen zurück, die damit besondere Förderungen bezahlen können."

Doch um die künftige Personalstruktur in den Kitas gibt es heftigen Streit innerhalb der CDU. Die Fraktionschefs Friedrich Conzen und Sylvia Pantel wollen gemeinsam mit der FDP erreichen, dass junge Arbeitslose als Helfer in den Einrichtungen eingesetzt werden. In einem gemeinsamen Ratsantrag für die Sitzung am kommenden Donnerstag heißt es, Jugendliche unter 25, die von der Arbeitsagentur betreut werden, sollten gezielt angesprochen werden. Ein Konzept zur Qualifizierung müsse her. Kitas und Jugendlichen solle damit gleichermaßen geholfen werden.

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Elbers sprach dagegen von einem "falschen Signal". Er sei gespannt, ob es im Rat eine Mehrheit für die Idee gibt. "Meiner Meinung nach geht das gar nicht", so Elbers gestern vor Journalisten. "So ein Jugendlicher darf vielleicht mal einen Teller tragen. Sonst nichts." Er setzt auf professionelle Kräfte in den Kitas, auf Weiter- und berufsbegleitende Fortbildungen. Wie Marina Barzon: Sie war zunächst Kinderpflegerin, hat sich zur Erzieherin weitergebildet und gehört zu den 104 Mitarbeitern, deren Verträge jetzt entfristet wurden. Sozialdezernent Burkhard Hintzsche: "Sie sind hochwillkommen in den Tageseinrichtungen."

Im Kampf um die begehrten Erzieherinnen sieht sich die Stadt auf einem guten Weg. Derzeit kommen laut Hintzsche auf jede freie Stelle zwei Bewerber, "und wir stocken weiter auf". Damit das gelingt, soll es eine gemeinsame Bewerbungsinitiative aller Träger und der Stadt geben: Erzieher und Kinderpfleger aus dem Umland sollen für einen Arbeitsplatz in Düsseldorf begeistert werden. Außerdem soll es mehr Ausbildungsplätze an der Elly-Heuss-Knapp-Schule und bei der Zukunftswerkstatt geben.

Auch von der Entfristung der Verträge erhofft sich die Stadt eine Signalwirkung über die Stadtgrenzen hinaus als "weiteren Impuls zur Personalgewinnung". Unter anderen hatten die SPD und der Personalrat der Verwaltung stärkere Anstrengungen gefordert, um mehr Kita-Mitarbeiter zu gewinnen. Sie sprachen von 100 freien Stellen, Burkhard Hintzsche nannte gestern die Zahl 37.

(RP)