Wahlkreis 106 und 107 in Düsseldorf: CDU siegt in beiden Wahlkreisen

Wahlkreis 106 und 107 in Düsseldorf : CDU siegt in beiden Wahlkreisen

Düsseldorfer Reaktionen auf Wahlniederlage der FDP

Nach der Schlappe bei der Landtagswahl 2012 hat die Düsseldorfer CDU wieder Grund zu jubeln. Die SPD hat leicht zugelegt, bleibt aber unter ihren Erwartungen, auch die Grünen sind enttäuscht. Der große Verlierer ist die FDP.

Als vor eineinhalb Jahren bei der Landtagswahl die Ergebnisse für Düsseldorf vorlagen, war die Stimmung bei den Christdemokraten im Rathaus im Keller: Alle vier Wahlkreise, auch der für die CDU sonst als sicher geltende im Düsseldorfer Norden, gingen an die SPD. Am Sonntag stand im großen Sitzungssaal des Rathauses alles unter anderen Vorzeichen. Bereits bei der ersten Prognose um kurz nach 18 Uhr brandete bei der CDU Jubel auf: 42,5 Prozent!

"So knapp unter der absoluten Mehrheit, das hätte ich nicht gedacht", sagte Parteichef Klaus-Heiner Lehne. Der Trend bestätigte sich auch für Düsseldorf, zumindest bei den Erststimmen: Bald zeichnete sich ab, dass die CDU beide Düsseldorfer Wahlkreise direkt gewinnt.

Um kurz nach 22 Uhr herrschte dann Gewissheit, dass Sylvia Pantel und Thomas Jarzombek in den Bundestag einziehen — und zwar mit deutlichem Abstand zu den SPD-Kandidaten in ihren Wahlkreisen.

Jarzombek, der seit 2009 dem Berliner Parlament angehört, erreichte mit 48 Prozent fast die absolute Mehrheit. Philipp Tacer, der im Wahlkreis 106 erstmals für die SPD antrat, brachte es auf knapp 29,2 Prozent der Erststimmen. Pantel, ebenfalls erstmals dabei, kam auf knapp 40,8 Prozent der Stimmen — drei Punkte mehr als Beatrix Philipp, die 2009 nach Jahrzehnten den Süd-Wahlkreis für die CDU gewann. Andreas Rimkus, der dort erstmals für die SPD antrat, kam auf 35 Prozent der Erststimmen.

Ein Grund für den niedrigen SPD-Wert dürfte auch diesmal das gute Abschneiden von Sahra Wagenknecht (Linke) bei den Erststimmen gewesen sein: Sie holte 9,1Prozent. Sicher ist auch der Einzug von Wagenknecht in den Bundestag. In Düsseldorf liegt die Linke bei sieben Prozent der Zweitstimmen, 1,6 Punkte niedriger als 2009. Hoffnung auf einen Sitz im Berliner Parlament kann sich auch SPD-Chef Andreas Rimkus machen (siehe Artikel unten).

Groß war die Enttäuschung bei der FDP. Weil sie bundesweit nicht über die Fünf-Prozent-Hürde kam, zieht auch Gisela Piltz nicht mehr in den Bundestag ein. Dem hatte die 48-jährige Juristin seit 2002 angehört, war zuletzt Vize-Fraktionschefin der Bundestagsfaktion, ist Vorsitzende der Düsseldorfer Liberalen und Vize-Chefin der Landespartei.

Doch auch auf Stadtebene blieb die FDP weit entfernt von ihrem Rekordwert der Bundestagswahl von 2009: Damals hatten die Liberalen bei den Zweitstimmen 17,9 Prozent geholt. Jetzt erreichten sie nur 7,6 Prozent, also nicht einmal die Hälfte. Thomas Jarzombek (CDU) bisher Koalitionspartner der FDP, bedauerte das Ausscheiden von Piltz, betonte aber: "So ist eben die Demokratie." Nun gelte es, eine von der Linken tolerierte rot-grüne Mehrheit zu verhindern.

Bei der SPD hatte man sich zwar ein besseres Ergebnis erwartet, gab sich jedoch angesichts der Verbesserung um vier Prozentpunkte gegenüber den 24,2 Prozent in 2009 gut gelaunt: "Die schwarz-gelbe Regierung ist weg, vier Jahre Politik des Stillstands sind Geschichte", sagte Rimkus. "Dass wir zugelegt haben, zeigt, dass es sich gelohnt hat, zu kämpfen."

Sein Parteifreund Philipp Tacer betonte offen: "Der CDU kann man nur gratulieren. Was soll ich da drum herum reden?" Ernüchtert zeigten sich die Grünen. Bei einem Bundesergebnis von 8,2 Prozent stand schnell fest, dass Parteichefin Mona Neubaur mit ihrem Listenplatz 19 nicht in den Bundestag einziehen wird. In Düsseldorf waren die Grünen mit 9,6 Prozent immerhin überdurchschnittlich.

"Enttäuschend", räumte Neubaur ein. "Wir hatten aus Berlin leider keinen Rückenwind, sondern eher Gegenwind." Das habe auch der engagierte Wahlkampf vor Ort in Düsseldorf nicht ausgleichen können. Die Alternative für Deutschland konnte ihr Ziel von mehr als fünf Prozent ebenfalls nicht erreichen: In Düsseldorf kam sie stadtweit auf lediglich 4,2 Prozent der Zweitstimmen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar "Der Wähler ist der wahre Sieger".

(dr)
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