Bezahlbarer Wohnung in Düsseldorf: CDU gegen Quote für Sozialwohnungen

Bezahlbarer Wohnung in Düsseldorf : CDU gegen Quote für Sozialwohnungen

Die CDU lehnt es ab, wie etwa München eine feste Quote von Sozialwohnungen beim Bau eines neuen Quartiers festzulegen. Hintergrund ist ein Streit um das Baugebiet Grafental. Dort entstehen 1000 neue Wohnungen - lediglich 35 sind sozialer Wohnungsbau. CDU-Bürgermeister Friedrich Conzen hatte Bedenken geäußert, zu viele Sozialwohnungen in einem Viertel könnten zu einem sozialen Brennpunkt führen.

"Wer im Fall von 'Grafental' das Verhältnis sozial geförderter zu frei finanzierten Wohnungen angemessen beurteilen will, muss das gesamte Umfeld mit den angrenzenden Straßenzügen sehen", sagte Conzen gestern. "Hier liegen Bereiche mit mehr als 20 Prozent Sozialwohnungen in direkter Nachbarschaft. Das verschweigt die SPD mit ihrem Tunnelblick, wenn sie pauschal für 'Grafental' eine höhere Quote an gefördertem Wohnraum fordert", so der CDU-Politiker. Pauschalierungen würden nicht weiter helfen. Jedes Wohngebiet solle nicht für sich, sondern im Kontext betrachtet werden. "Wir als CDU streben einen gesunden Mix aus freien und geförderten Wohneinheiten an. Alles andere wäre marktwirtschaftlich weltfremd und sozialpolitisch verfehlt", so Conzen.

Er reagiert damit auf ein RP-Interview mit dem Präsidenten der Architektenkammer NRW, Hartmut Miksch, der eine feste Quote für Sozialwohnungen in Düsseldorf nach Münchner Vorbild forderte.

CDU-Ratsherr Alexander Fils, Vorsitzender im Ausschuss für Stadtentwicklung, ergänzte: "Am Beispiel 'Grafental' zeigt sich, wie die Verwaltung Investoren steuert. Dort wurde der Wohnungsanteil von 20.000 auf 120.000 Quadratmeter (1000 Wohnungen) angehoben - gegenüber der ursprünglich geplanten Bürofläche. Man werde nach der Fertigstellung erleben, dass der Markt Wohnraum auch in einfachen bis mittleren Preislagen nachfragt. Mikschs Äußerungen kommentierte er: Der Mann ist eingefleischter SPD-Genosse und äußert sich entsprechend voreingenommen."

Miksch seinerseits betonte gestern, zwar Mitglied der SPD zu sein, aber nie ein Amt in der Partei bekleidet zu haben.

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