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Düsseldorf: CDU diskutiert über neue Strategien

Düsseldorf : CDU diskutiert über neue Strategien

In der RP forderte der Christdemokrat und Politologe Thorsten Müller mehr Offenheit - in seiner Partei kommt das an.

Selten hat jemand aus der Düsseldorfer CDU öffentlich so Klartext gesprochen wie Thorsten Müller. Der 42-jährige Chef des Ortsverbands Altstadt ist Politik-Professor und hat seine Partei einer ehrlichen Analyse unterzogen. Seine Kritik und seine Verbesserungsvorschläge kommen an: "Starkes Statement", fand Düsseldorfs CDU-Chef Thomas Jarzombek und hat nun dem Landesvorsitzenden Armin Laschet empfohlen, Müller in die Parteireformkommission aufzunehmen. Auch beim sozialen Netzwerk Facebook werden Müllers Thesen diskutiert - und von den meisten begrüßt.

Die Düsseldorfer CDU habe den Kontakt zu Teilen der Bevölkerung verloren, sagt Müller, zum Beispiel zu jungen Akademikerfamilien oder Menschen in Berufen mit niedrigem Einkommen. Deren Bedürfnisse, etwa nach bezahlbarem Wohnen, habe die CDU zu lange ignoriert. Nun müsse man Glaubwürdigkeit zurückgewinnen, sich mehr öffnen, um in einer modernen Großstadt zu bestehen. Auch in der Partei fordert Müller mehr Offenheit, will das Delegiertensystem abschaffen, die Basis stärker einbinden.

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25 Kommentare gab es bis gestern Abend bei Facebook dazu. "Wir müssen wieder mehr ,Mitmach-Partei' werden", betonte Sven Holly, Bezirksvertreter aus dem Linksrheinischen, und spricht sich ebenfalls für die Abschaffung des Delegiertensystems aus. Ein Kommentator schreibt: "Sollte sich die CDU tatsächlich (weiter) entkrusten, lohnt es sich, tatsächlich mal über einen Beitritt nachzudenken."

Reaktionen löst Andreas Auler von der CDU-Wittlaer aus, der auf die geplante Klausur am 16. August verweist und davon abrät, vorher öffentlich zu diskutieren. Andere Parteifreunde wie Björn Luxat halten "eine Klausur hinter verschlossenen Türen" für den falschen Weg und plädieren dafür, die Basis von Beginn an einzubinden. Karl Tauschke von der CDU Mörsenbroich erinnert daran, dass er erst kürzlich bei einer Veranstaltung das Thema bezahlbares Wohnen angesprochen habe und dafür kritisiert worden sei mit dem Argument, sozialer Wohnungsbau passe nicht zur CDU. Auch eine Tagesmutter meldet sich zu Wort - sie hat wegen der hohen Mieten in Düsseldorf Probleme, weiterhin als Tagesmutter in den eigenen Räumen zu arbeiten. "Das Statement von Herrn Müller gilt nicht nur für Düsseldorf", schreibt Gottfried Boessen. Josef Schmelter berichtet davon, dass er im Wahlkampf von vielen CDU-Wählern gehört habe, dass sie nicht wählen gehen oder ihre Stimme dem SPD-Kandidaten geben. "Leider ist es mir nicht gelungen, auch nur einen umzustimmen."

Mit Carmelito Bauer meldet sich auch ein Ex-Pirat: "Der Anspruch einer Volkspartei muss es sein, die Lebensrealitäten aller Menschen abzubilden, insbesondere auch die der jungen Leute."

(RP)