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Sparkasse Düsseldorf: CDU-Chef: Heftige Kritik an Sparkassen-Vorstand

Sparkasse Düsseldorf : CDU-Chef: Heftige Kritik an Sparkassen-Vorstand

Klaus-Heiner Lehne hält "die Berufung von Arndt Hallmann für einen kommunalpolitischen GAU". Der Finanz-Mann habe offenbar nicht begriffen, was es heißt, Teil des Konzerns Stadt Düsseldorf zu sein.

In der CDU wächst die Kritik an Sparkassenvorstand Arndt Hallmann. Klaus-Heiner Lehne, Kreisverbandsvorsitzender der Union in Düsseldorf und mächtiger Abgeordneter im EU-Parlament, brachte es am Montag auf den Punkt: "Ich halte die Ernennung von Arndt Hallmann zum Vorstandsvorsitzenden der Stadtsparkasse Düsseldorf für einen kommunalpolitischen GAU!" (GAU = größter anzunehmender Unfall, ein Begriff aus der Nuklear-Technik). Lehne meint damit die Entscheidungen der Sparkassen-Spitze in den letzten zwei Wochen: Eine Ausschüttung einer Dividende an die Stadt wurde abgelehnt, dann hieß es, die Sparkasse würde sich aus dem gemeinsamen Engagement mit der Stadt auf der Immobilienmesse Mipim in Cannes zurückziehen und schließlich hatte das Geldinstitut ein Engagement bei drei Großprojekten abgelehnt. Bei allen diesen Bauvorhaben war die Stadt jeweils (mehr oder weniger stark) beteiligt: Es ging um den Bau des neuen Kraftwerks in der Lausward (750 Millionen, Bankenkonsortium), um die neue Flughafenverwaltung (50 Millionen) und das Wellness-Center am Elbsee (15 - 20 Millionen).

Lehne ist weiter der Meinung, die Sparkasse gehöre zum Konzern Stadt Düsseldorf und habe ihr Agieren an den Interessen dieses Konzerns zu orientieren. Sich davon völlig zu lösen, zeige ihm, dass Vorstand Hallmann nicht verstanden habe, was es bedeute, zu einem solchen Konzern zu gehören. Lehne: An der Spitze dieses Konzerns gebe es eine Nummer 1 — und das sei der Oberbürgermeister.

Lehne berichtet, er sei in den vergangenen Tagen von mehreren führenden Parteimitgliedern auf Hallmann angesprochen worden — und sie alle schätzten ihn so ein wie er, Lehne.

Aus dem Umfeld des Oberbürgermeisters heißt es, Elbers sei irritiert über das Verhalten seines Sparkassen-Chefs und vor allem über dessen Absage des gemeinsamen Engagements in Cannes. Darüber sei Elbers regelrecht empört.

In den anderen Parteien hält man sich derzeit noch mit Stellungnahmen zurück. FDP-Fraktions-Chef Manfred Neuenhaus meinte jedoch zur Geschäftspolitik der Sparkasse: "Wenn die sich nicht mehr an Düsseldorfer Großprojekten beteiligt, dann weiß ich nicht, wofür wir eine Sparkasse brauchen."

Das jedoch hat das Geldinstitut nicht gesagt. Man sei nur risikobewusster, heißt es dort. Sowohl beim Kraftwerk wie beim Flughafen-Neubau und dem Wellness-Center sehe man Risiken, die einzugehen nicht mit der Aufgabe einer Sparkasse vereinbar sind.

Für diese Haltung erntet Hallmann durchaus auch Zustimmung. In Online-Kommentaren erklären viele Sparkassen-Kunden, dieses Vorgehen richtig zu finden. Dem Rathaus wird unterstellt, die Sparkasse als willfährige Hausbank betrachtet zu haben, die an der langen Leine der Politik läuft und bei Bedarf für die eigenen Interessen eingesetzt wird.

Eskaliert der Streit zwischen der bürgerlichen Mehrheit im Rathaus und der Sparkassen-Spitze, reiht sich Hallmann ein in die Reihe der Vorstände, die mit der politischen Führung nicht klar kamen: Heinz-Martin Humme musste am Ende auf Druck des damaligen OB Joachim Erwin nach der Pooth-Affäre gehen, sein Nachfolger Peter Fröhlich fand ebenfalls keine ausreichende Unterstützung.

(RP/ila)