Düsseldorf: Carsharing: Schon 22.500 teilen sich Autos

Düsseldorf : Carsharing: Schon 22.500 teilen sich Autos

Seit mehr als einem Jahr gibt es in Düsseldorf mobiles Carsharing. Eine Besonderheit: Die Landeshauptstadt hat mit Car2go und DriveNow gleich zwei Anbieter. Inzwischen wurden die Flotten erweitert und die Preise erhöht. Wir ziehen eine Zwischenbilanz.

Carsharing ist die Idee, auf das eigene Auto zu verzichten und sich das Fahrzeug mit vielen anderen zu teilen. Die Idee ist nicht neu, aber vor gut einem Jahr kamen zwei Firmen nach Düsseldorf mit dem Angebot des "mobilen Carsharings" an den Start. Die Fahrzeuge werden dabei per Smartphone oder im Internet gebucht und stehen auf öffentlichen Parkplätzen. Wir ziehen ein erstes Zwischenfazit.

DriveNow, eine Tochter von BMW, verfügt über 250 Autos im Stadtgebiet, neben Minis und Mini-Clubman auch einige BMW-Modelle. Foto: BMW

Wie viele Nutzer hat mobiles Car-sharing in Düsseldorf? Die Daimler-Tochter Car2go, die seit Februar in Düsseldorf eine Flotte unterhält, hatte bis Montag mehr als 11.000 Kunden in der Landeshauptstadt. Der BMW-Ableger DriveNow, der einige Wochen früher startete, meldete am Montag, 11.500 Kunden vor Ort zu haben. Deutschlandweit würden pro Tag etwa 500 neue Kunden gewonnen, sagte ein DriveNow-Sprecher. Beide Unternehmen berichteten, dass die Kundenzahl in Düsseldorf kontinuierlich wachse.

Wie haben sich die Preise beim Carsharing entwickelt? DriveNow hat kürzlich die Preise für eine Fahrminute von 29 auf 31 Cent erhöht. Als Grund wurden höhere Parkgebühren und gestiegene Kosten im Unterhalt der Fahrzeuge genannt. Preiswertere Minutenpakete wurden außerdem zeitlich befristet, so ein Sprecher.

Car2go hat die Preise pro Fahrminute zwar bei 29 Cent belassen, allerdings wurde die einmalige Anmeldung teurer — statt neun werden nun 19 Euro fällig. Außerdem wurde der Preis für das kurzfristige Abstellen der Fahrzeuge, bei dem die Miete weiterläuft, auf 19 Cent pro Minute erhöht. Bei DriveNow kostet das unverändert zehn Cent.

Wie groß sind die Geschäftsgebiete der beiden Anbieter? Der Bereich, in dem Fahrzeuge von DriveNow angemietet und abgestellt werden können, wurde von 50 auf 60 Quadratkilometer erweitert. Das Geschäftsgebiet wurde in Richtung Flughafen ausgeweitet. Car2go hat sein Geschäftsgebiet inzwischen auf 80 Quadratkilometer vergrößert. Auch der Fernbahnhof des Flughafens liegt jetzt darin, dort wurden Extra-Parkplätze angemietet, die nur von Car2go-Autos genutzt werden dürfen. Im Sommer 2012 konnte auch der Unterbacher See angefahren werden.

Wird das Carsharing-Angebot aufs Umland ausgeweitet? Nach heutigem Stand nein. Beide Firmensprecher sagten, dass das Konzept, dass fußläufig immer ein Wagen erreichbar ist, nur in dicht besiedelten Innenstädten tragbar sei. Zum Pendeln aus Erkrath, Ratingen oder Mettmann seien die Konzepte heute noch ungeeignet.

Wie gut sind die Fahrzeuge ausgelastet? Im Durchschnitt viermal am Tag werden die DriveNow-Autos vermietet. Die Daimler-Tochter Car2go spricht von vier bis acht Anmietungen pro Tag. Insgesamt habe es in den vergangenen 14 Monaten 250.000 Vermietungen in Düsseldorf gegeben, sagte der Daimler-Sprecher.

Werden die Flotten ausgeweitet oder andere Fahrzeuge genutzt? Car2go setzt grundsätzlich 300 Fahrzeuge vom Typ Smart in Düsseldorf ein. Eine Ausweitung der Flotte ist nicht geplant, zurzeit sind sogar einige Fahrzeuge an andere Städte ausgeliehen, wo es Engpässe gibt. DriveNow hat seine Flotte von 200 auf 300 Fahrzeuge aufgestockt. Waren am Anfang nur Minis im Einsatz, besteht die Flotte heute zu etwa einem Drittel auch aus anderen Fahrzeugen, etwa dem 1er-BMW, dem SUV X1 und dem Mini Clubmann sowie einigen Cabrios. Der Mini soll aber das Hauptfahrzeug des Anbieters DriveNow bleiben. Car2go plant nicht, andere Fahrzeuge als den Smart in die Flotte zu nehmen. "Die Erfahrungen zeigen, dass für unsere Kunden der Smart ausreicht", so der Sprecher.

(EW/jco/top)