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Carlsplatz in Düsseldorf: So war der RP-Adventsmarkt 2019

Veranstaltung auf dem Carlsplatz : Beim RP-Adventsmarkt gab es 1001 kulinarische Idee für Weihnachten

Beim RP-Adventsmarkt konnten sich Genießer für die Feiertage eindecken – mit Zutaten, Rezepten und guten Ratschlägen.

„Wahnsinn!“, entfährt es einer Dame, als sie den kleinen weißen Porzellanlöffel in den Mund schiebt. Auf dem Löffel ist nicht viel drauf, nur ein paar Tropfen Zwiebelöl, die Inka Olek mit einer Pipette daraufgeträufelt hat. „Als der Produzent zu mir kam und meinte, ich solle Zwiebelöl verkaufen, hab ich erst mal gesagt: Du spinnst“, erzählt die blondgelockte Frau, die nach eigener Aussage den „kleinsten Laden mit dem größten Sortiment“ auf dem Carlsplatz führt. Inka&Mehl heißt der Shop, in dem es „alles gibt, was lecker macht“: Gewürze, Brühen, Linsen, Soßen und vieles mehr. Mit Tomaten- und Gurkenessig, Zwiebelöl und fermentiertem Pfeffer zaubert sie die Illusion von griechischem Bauernsalat auf den Teller. „Den Gurkenessig tun Düsseldorfer Barkeeper auch gern in ihre Gincocktails“, verrät sie. „Eine echt gute Idee“, fndet eine Frau.

48 RP-Leser kamen beim Adventsmarkt am Donnerstagabend in den Genuss einer kulinarischen Führung – aber auch für alle anderen Besucher gab es vieles zu riechen und zu probieren. Zu Weihnachtsmusik flanierten zahlreiche Düsseldorfer zur ungewohnten Abendzeit über den Markt, der ausnahmsweise bis 21 Uhr geöffnet blieb. Eine Menschentraube bildete sich um Koch Marco Hitz, der aus zwei großen Töpfen kleine Probierportionen Eintopf herausgab. „Der Kürbis lebt von der Frische“, erklärte er. „Deswegen gebe ich da immer mal wieder neues gut geschmortes Gemüse nach.“ Der Steckrübeneintopf mit Speck dagegen „ist traditioneller zubereitet“, der dürfe auch etwas einkochen. Beide Varianten bewiesen, dass Eintopf, mit frischen Zutaten und Liebe gekocht, kein Armeleute-Essen, sondern durchaus ein Festtagsschmaus sein kann.

Concept Riesling schenkte einen Kabinett Riesling 2012 für deutlich weniger als den halben Preis aus. Dazu gab es einen Bergrahm-Käse vom Käsehaus Wionczeck. „Manche glauben ja, dass zum Käse nur Rotwein passt“, sagte der Weinexperte. Rotwein bringe aber so viele oxidative Aromen mit, dass der Käse oft zugedeckt werde. „Der Weißwein spielt auf der anderen Seite des Aromenspektrums, der bringt Salziges und Saures mit, dazu Frucht und Restsüße. Das kommt viel besser.“ Für den Stand auf dem Carlsplatz, der sich auf gut gereifte Weißweine spezialisiert habe, sei ein 2012er eigentlich noch ein recht junger Wein, fügte er hinzu.

Bei Obst&Gemüse Schier durften Besucher ein selbstgemachtes Trüffel-Pesto probieren, eine erdige, würzige Creme mit deutlichem Aroma des Edelpilzes, bei dem man aber auch Maronen und Parmesan durchschmeckte. Auf Weißbrotscheiben geschmiert, ein simpler, aber effektvoller Gruß aus der Küche. Dazu gab es einen Ingwer-Limonen-Aufguss, den die Händlerfamilie Schier ebenfalls selbst herstellt: Bio-Ingwer wird mit Schale und Limonenfleisch püriert, mit Gelierzucker gesüßt und bei Bedarf mit heißem Wasser und vielleicht einem Minzblättchen aufgegossen. Eigentlich viel zu schade für die erste Erkältung – mit einem Schuss Wodka wäre der Moscow Mule perfekt.

Nur an der Verzierstation für Lebkuchen sah man ein trauriges Gesicht: Da war einem der kleinen Künstler die grüne Lebensmittelfarbe ausgerutscht, die Beschriftung des Herzens konnte man nicht mehr lesen. Zum Glück gab es keinen Mangel an Zuckerwerk, mit dem man das Malheur überdecken oder sich auch einfach – vom Finger in den Mund – trösten konnte.

Hier geht es zur Bilderstrecke: RP-Adventsmarkt auf dem Carlsplatz 2019