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Düsseldorf: Carlsplatz-Händler schließen Ex-Vorstand aus

Düsseldorf : Carlsplatz-Händler schließen Ex-Vorstand aus

Streit unter den Marktbeschickern schwelt weiter. Mitte März sollen neue Mitglieder aufgenommen werden und Stimmrecht haben.

Von einem friedlichen Miteinander bei den Händlern des Carlsplatzes kann weiterhin keine Rede sein: Auf der turnusmäßig anstehenden Mitgliederversammlung wurde am Dienstagabend unangekündigt das frühere Vorstandsmitglied Eric Fehling aus dem Verein ausgeschlossen. Fehling, der auf dem Markt den Fischhandel Pahlke betreibt, wird vorgeworfen, dem Verein in seiner Zeit als Vorstand massiv geschadet zu haben. Beispielsweise wird ihm die Verantwortung für die teure Vertragsverlängerung eines kurz danach entlassenen Geschäftsführers zur Last gelegt, obwohl diese Vereinbarung von einem anderen Vorstandsmitglied getroffen wurde. Als den versammelten Mitgliedern die Verfehlungen klargeworden seien, kam es zu der spontanen Entscheidung, ihn auszuschließen, sagte gestern Heiner Röckrath, Vorsitzender des Beirates, ohne jedoch Fehlings Namen zu bestätigen.

Sowohl Fehling wie auch Röckrath und der Geschäftsführer der Carlsplatz GmbH, Andre Zalbertus, lehnten eine weitere Stellungnahme zu dem Vorgang ab. Röckrath und Zalbertus sprachen von "vereinsinternen Vorgängen", die man nicht nach außen zu kommunizieren gedenke.

Fehling mochte ohne Angaben von Gründen kein Statement abgeben — war aber zur Zeit des Rauswurfs ohnehin nicht mehr im Saal, weil er die Versammlung bereits vorher verlassen hatte, wie ein anderes Mitglied der Runde berichtete. Offenbar war er über einen längeren Zeitraum und mit Hilfe einer visuellen Präsentation "wie bei einem Tribunal" (so ein Zeuge) regelrecht vorgeführt und von diesem Vorgang wohl auch überrascht worden. Kenner der Carlsplatz-Szene sehen hinter dem Rauswurf ein klares Motiv: Fehling gehört zwar zu den alteingesessenen Händlern, die auf dem Markt gewachsene Privilegien genießen und alleiniges Stimmrecht haben, machte sich aber für mehr Mitsprache aller ebenso stark wie dafür, die noch nicht so lange dort aktiven Geschäftsleute in den Verein aufzunehmen. Das war von deren Seite immer wieder gefordert worden: Sie tragen, wie die anderen, die Kosten des Marktes und wollen also auch mitbestimmen.

Zur jüngsten Sitzung war vor Wochen angekündigt worden, man werde nun die Satzung so verändern, dass auch neuere Händler Mitglied werden können. Aber nun wurde diese Änderung verschoben. Andre Zalbertus erklärte gestern, man hoffe, bis Mitte Februar in Gesprächen mit der Stadt eine entsprechende Satzung vorlegen zu können und wolle dann, bis 11. März, eine außerordentliche Versammlung vorbereiten, in der dann neue Mitglieder aufgenommen werden sollen. Angeblich liegen rund ein Dutzend Anträge vor.

Bei der Stadt hatte man die veränderte Satzung vorgelegt und um Beratung gebeten. Der zuständige Ordnungsdezernent, Stephan Keller, hatte seinerzeit nur bestätigt, mit den Händlern in Kontakt zu sein, es aber abgelehnt, zu der Satzung öffentlich etwas zu sagen. Von ihm war nur bereits im Vorfeld das Signal gekommen, dass die Stadt Düsseldorf als Eigentümerin des Marktes (dessen Flächen sie an die Händlergemeinschaft verpachtet) ein einvernehmliches und rechtlich akkurates Verhalten erwartet. Zudem sei man der Ansicht, die Mitgliedschaft aller Händler sei anzustreben.

Das soll nun bis zum 11. März erreicht werden, sagte gestern Carlsplatz-Geschäftsführer Andre Zalbertus. Bis dahin sei man "im konstruktiven Dialog" mit der Stadt und werde die angepasste Satzung vorlegen.

Bei den Vorstandswahlen gab es keinerlei Überraschungen: Gewählt wurde der alte Vorstand aus Willi Basen, Bernd Beilstein und Wolfgang Obst. Der Carlsplatz war zuletzt in den Schlagzeilen gewesen, weil einige der Händler Bedenken haben gegen eine Markthalle, die im Rahmen der Kö-Bogen-Bebauung diskutiert wird. Sie fürchten die Konkurrenz. Carlsplatz-Gastronom Christian Dauser sieht dies anders und bewirbt sich um Bau und Betrieb dieser Halle, die weit genug vom Carlsplatz entfernt liege.

(RP)