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Düsseldorf: Cargo-Bikes sollen Innenstädte entlasten

Düsseldorf : Cargo-Bikes sollen Innenstädte entlasten

Beim Radaktiv-Tag trafen sich Fahrradprofis und Freizeitradler auf der Rheinuferpromenade, um sich über Trends rund ums Zweirad zu informieren. Neben den Fachständen gab es auch Unterhaltung und Aktionen zum Mitmachen.

Noch sind E-Bikes der Megatrend. Informationen zu Antrieb, Akkuleistung und Reichweite sind am häufigsten bei Fahrradkundigen gefragt. Doch einhergehend mit den immer besser optimierten Elektroantrieben taucht auch ein anderes Thema zunehmend auf: Cargo-Bikes, auch Lastenräder genannt. "Einer EU-Studie zufolge könnten über die Hälfte aller Lastentransporte mit diesem Fahrrad erfolgen", sagt Peter Barzel. Bei Haushaltseinkäufen bis 250 Kilogramm seien es sogar rund 90 Prozent. Barzel ist Fachjournalist zum Thema Fahrräder und kennt sich aus: Beim neunten Düsseldorfer Fahrradtag "Radaktiv" gestaltete er das Bühnenprogramm, dozierte zu allen Themen rund ums Zweirad und beantwortete Fragen der Zuschauer.

65 Aussteller reihten sich am Unteren Rheinwerft für die Besucher auf. "Wir wollten uns von einer normalen Messe vor allem durch die Aktionsstände abheben", sagt Hauke Schmidt, Veranstalter der Radaktiv. Neben zahlreichen Parcours, auf denen Interessierte die Räder der Aussteller testen konnten, gab es zum Beispiel einen Slowbiking-Wettbewerb, bei denen die Konkurrenten möglichst langsam die vorgegebene Strecke bewältigen mussten.

Anstrengend wurde es für Musikbegeisterte: Die Verstärker von vier Bands wurden nur mit dem Strom betrieben, den vier Radfahrer erzeugten. Dieser beim Strampeln erzeugte Strom machte das Bühnenprogramm möglich, ruhten die Pedale, blieb es leise. "Die Räder sind aber natürlich dafür optimiert und liefern mehr Strom als ein gewöhnlicher Dynamo", sagt Schmidt.

65 Aussteller präsentierten die neusten Trends am Samstag. Gezeigt wurden auch Klassiker wie dieser Fahrradanhänger für Kinder. Foto: Endermann, Andreas (end)

Elektrizität wird auch für die Cargo-Bikes wichtig. "Diese Technik macht den Lastentransport per Fahrrad natürlich viel einfacher", sagt Experte Barzel. Außerdem sind sie meist Dreiräder, damit man die Balance halten kann. Schon jetzt nutzt rund die Hälfte der Düsseldorfer Schornsteinfeger Lastenräder, das Potenzial sei insgesamt riesig.

Einziges Problem: die Cargo-Bikes sind größer, können nicht einfach in den Keller gestellt werden. "Wir experimentieren mit Fahrradhütten, ähnlich wie es sie in Hamburg oder Kopenhagen schon gibt", sagt Steffen Geibhardt vom Amt für Verkehrsmanagement. Langfristig sollen mehr Räder, auch Lastenräder, die Innenstadt entlasten. Immerhin schafft ein Auto ja Platz für gleich mehrere Räder, von daher ist das Potenzial groß." Auch der ADFC befürwortet die Mini-Laster. "Speziell für Handwerker und den Versand ist das natürlich sehr nützlich", sagt Lorenz Wild vom ADFC. Ein Pilotversuch mit kostenlosen Leihlasträdern in Köln laufe bereits. "Das ist sicher die Zukunft und eine gute Alternative zum Auto."

(jim)