Caravan Salon in Düsseldorf Diese Camper trotzen Corona

Düsseldorf · 42.000 Besucher kamen an den ersten drei Tagen zu den Messen Caravan Salon und Tour-Natur in Düsseldorf. Einige von ihnen kommen bereits seit 26 Jahren zur Messe.

Zum Start der deutschlandweit ersten großen Publikumsmesse in der Corona-Pandemie sind von Freitag bis Sonntag 42.000 Besucher zum Caravan Salon und zur Tour-Natur gekommen. Nach Hygienekonzept wären 20.000 Besucher pro Tag erlaubt gewesen. Zum Vergleich: Im Rekordjahr 2019 waren es allein am Samstag und Sonntag knapp 78.000 Besucher.

Dennoch sagt Erhard Wienkamp, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf: „Wir sind mit der Besucherresonanz der ersten drei Tage sehr zufrieden.“ Zumal man auch mit 350 und damit halb so vielen Ausstellern in zehn Hallen immer noch die größte Caravan-Messe weltweit sei, betont Pressesprecher Alexander Kempe.

Etwas voller wurde es in den Hallen an manchen Ecken vor allem am Samstag, wo die Messe annähernd ausverkauft war. Nach Hinweisen von Messepersonal und Ausstellern ließen sich Sicherheitsabstände aber meist schnell wieder herstellen, wie beispielsweise Manfred Taedcke von Kabe sagt. Auch Wienkamp sagt: „Unser Hygienekonzept hat hervorragend funktioniert. Gleichzeitig möchten wir ein Lob an unsere Besucher aussprechen, die sich sehr diszipliniert an die Hygieneregeln gehalten und somit für einen reibungslosen Ablauf gesorgt haben.“

 Claus und Andrea Pieper haben sich auf dem Parkplatz P1 vor ihrem ausgebauten Reisebus aus dem Jahr 1970 zum Frühstück niedergelassen. Der Caravan Salon ist für sie vor allem ein Treffpunkt.

Claus und Andrea Pieper haben sich auf dem Parkplatz P1 vor ihrem ausgebauten Reisebus aus dem Jahr 1970 zum Frühstück niedergelassen. Der Caravan Salon ist für sie vor allem ein Treffpunkt.

Foto: ale

Diesen Eindruck bestätigen auch die Besucher, mit denen unsere Redaktion ins Gespräch kam. Ulrike Eickhoff aus Bochum sagt: „Camper sind rücksichtsvolle Leute.“ Und als in einem Fall doch mal unerlaubter Weise eine weitere Person zu ihr ins Wohnmobil drängte, sei diese sofort angesprochen und hinaus gebeten worden. „So schnell konnten wir gar nichts sagen.“

Zwar geht es aufgrund der vergleichsweise niedrigen Besucherzahlen entspannter in den Hallen zu, dennoch müssen die Camper zum Teil Geduld mitbringen, da sich schneller Schlangen vor den Fahrzeugen bilden. Die nimmt das aus Belgien angereiste Ehepaar Isabella (58) und Bernd Jansen (61) gerne in Kauf, wie beide sagen. Sie stehen gerade ganz hinten in einem kleinen Stau vor einem Wohnmobil. „Dafür haben wir dann mehr Platz bei der Besichtigung.“

 Petra und Helmut Ulges wollen ihr erstes Wohnmobil kaufen.

Petra und Helmut Ulges wollen ihr erstes Wohnmobil kaufen.

Foto: ale

Und im Vorjahr habe man aufgrund des Andrangs noch anderthalb Stunden von der Autobahnabfahrt bis zum Parkplatz gebraucht. „Das war heute gar kein Problem“, sagt Bernd Jansen. Besondere Sorgen vor einer Ansteckung mit Corona haben die beiden nicht. „Hier ergeben sich ganz normale Situationen wie sonst auch im alltäglichen Leben. Mit Masken und Abstand ist das kein Problem“, sagt Isabella Jansen.

Und wie die Jansens loben auch Petra (54) und Helmut Ulges (59) aus Rüdesheim die Vorkehrungen, die die Messe getroffen hat. „Das ist gut geregelt. Es ist nur schade, dass so viele Aussteller abgesagt haben“, sagt Helmut Ulges. So müsse man sich ein Modell noch nach der Messe bei einem Händler ansehen, bevor die Entscheidung für das erste Wohnmobil fallen soll.

Lisanne und Sebastian Kecker mit Söhnchen Silas (11 Monate)

Lisanne und Sebastian Kecker mit Söhnchen Silas (11 Monate)

Foto: ale

Die Camper trotzen also Corona. Das zeigt sich auch auf dem Parkplatz P1, auf dem zurzeit immerhin rund 1500 der mobilen Ferienwohnungen parken. Zum allerersten Mal beim Caravan Salon dabei sind Lisanne (35) und Sebastian (37) Kecker aus Pforzheim, die sich auf der Messe über einen Neukauf informiert haben. „Ich fand, das war sehr gut geregelt. Bei den Gesprächen waren sogar Trennscheiben auf den Tischen und die Tickets wurden gescannt.“ Und als laut Kecker in einem Shuttlebus ein Fahrgast ohne Mund-Nasen-Schutz einstieg, sei ihm sofort von einer Servicekraft eine Maske gereicht worden.

Ein paar Reihen weiter campen Andrea (58) und Claus Pieper (60) aus Hamburg, die seit 26 Jahren,also von Beginn an, zum Caravan Salon nach Düsseldorf kommen. Sie haben sich am Sonntagvormittag vor ihrem ausgebauten Reisebus aus dem Jahr 1970 (Kässbohrer Setra 110) zum Frühstück niedergelassen. Zur Messe selbst wollen die beiden erst am Montag, am Wochenende sei es zu voll.

Düsseldorf: Caravan Salon 2020 - Rundgang über die Messe
15 Bilder

Caravan Salon 2020 - Rundgang über die Messe

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Foto: dpa-tmn/Constanze Tillmann

Sowieso betonen sie, dass der Caravan Salon für sie vor allem ein Treffpunkt ist. Andrea Pieper spricht da vom „besonderen Düsseldorf-Feeling“, auf das sie sich sehr gefreut habe. Und wie zur Bestätigung setzt sich Parkplatznachbar Klaus Zantop (69) mit an den Tisch, mit dem man sich vor Jahren bei der Messe angefreundet habe.

Die Infektionsgefahr in den Hallen halten sie aufgrund der Vorkehrungen für gering. Viel besorgter sind die drei aufgrund der ungeregelten Menschenmassen in der Altstadt. „Das ist gefährlich“, sagt Zantop.

Info Der Caravan Salon läuft bis Sonntag, 13. September. Die Messe ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Tickets gibt es nur online, regulärer Preis 13 Euro, ermäßigt zehn Euro. Neben den Fahrzeugpräsentationen in zehn Hallen gibt es im Forum Kurzvorträge und Interviews zu vielen Themen rund ums mobile Reisen.

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