Campino nachts im Freibad: In Düsseldorf gäbe es Hausverbot

„Toten-Hosen“-Sänger nachts im Freibad : In Düsseldorf gäbe es für Campinos nächtliches Bad Hausverbot

Der nächtliche Bade-Ausflug von Toten-Hosen-Sänger Campino in einem Freibad in Dresden stößt auch in Düsseldorf auf Kritik. "Er ist ja nicht mehr 14 Jahre alt", sagt der Chef der Düsseldorfer Bädergesellschaft, Roland Kettler.

Bäderchef Kettler kritisiert den Toten-Hosen-Sänger: "Man kann nicht ein Vorbild für Jugendliche sein und dann eine solche Aktion starten". Campino war am vergangenen Wochenende nach einem Konzert in Dresden nachts in das Georg-Arnhold-Bad neben dem Stadion eingedrungen. Das kam heraus, weil die Band bei der Internet-Plattform Instagram ein Foto veröffentlichte, das den Rockstar mit zwei jungen Frauen an einem Schwimmbecken zeigt. Der Text dazu lautete: "Sonntag, 1.54 Uhr, Baden gehen in Dresden".

Das Foto zog Kreise, wurde bis Dienstag mehr als 10.000 Mal mit "Gefällt mir" markiert und vielfach kommentiert.

Die Dresdner Bädergesellschaft allerdings war weniger amüsiert über die nächtliche Aktion, die nicht mit ihr abgesprochen war. "Uns bleibt nichts anderes übrig, als Anzeige wegen Hausfriedensbruch zu erstatten", hatte Geschäftsführer Matthias Waurick erklärt. Campino könne als Star keine Sonderbehandlung erwarten: "Das Unternehmen macht keinen Unterschied zwischen Prominenten und Unbekannten." Allerdings brachte er auch ein "kleines Entschuldigungskonzert" als mögliche Lösung für die Auseinandersetzung ins Spiel.

Roland Kettler, der seinen Dresdner Amtskollegen kürzlich getroffen hat, kann dessen ärgerliche Reaktion gut nachvollziehen: "Das hätten wir hier mit einer Dresdner Band genauso gemacht. Man kann da keine Ausnahme machen." In Düsseldorf gibt es nach seinen Worten für eine solche Aktion (wie sie an heißen Tagen immer wieder mal vorkommt) mindestens ein Hausverbot für die gesamte Badesaison - je nach Schwere des Vorfalls auch eine Anzeige.

Die Schwimmer brächten sich selbst in Gefahr, wenn sie betrunken schwimmen gingen, sagt Kettler - zumal im Notfall auch keine Aufsicht dabei ist, die helfen kann. Zudem richteten sie in den Freibädern Schäden an. "Wir haben auch schon Fälle erlebt, bei denen nachts mit Bierflaschen eingebrochen wird - und am nächsten Tag schwimmen dann Scherben im Becken." Auch Vandalismusschäden kämen vor. "Das finden wir weder lustig noch schön", so Kettler. In Dresden sind übrigens keine Schäden in dem Bad bekanntgeworden.

Die Fans reagieren ganz unterschiedlich auf die Aktion ihrer Band. Einige kritisieren sie ebenfalls mit Verweis auf die Vorbildfunktion. Einer aber bietet in den Kommentaren unter dem Instagram-Posting Campino seinen Garten-Pool zum Schwimmen an und verspricht, schon mal die Getränke kaltzustellen. Und eine Anhängerin schreibt schlicht: "Man ist eben nie zu alt für so einen Scheiß."

(RP)
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