Busfahrer prügelt sich in Düsseldorf mit Fahrgast

Prozess : Busfahrer prügelt sich mit Fahrgast

Das Amtsgericht stellte das Verfahren gegen den Busfahrer gegen die Zahlung von 700 Euro ein. Er soll dem Passagier bei dem Streit unter anderem das Knie ins Gesicht gerammt haben.

Nicht nett zu sein zum Fahrer eines Linienbusses - das ging für einen Fahrgast (54) vor einem Jahr nicht gut aus. Andere Insassen mussten die Männer an einem Freitag im Oktober 2017 sogar trennen, die Polizei musste einschreiten – und gestern verhandelte das Amtsgericht. Auf der Anklagebank saß der 51-jährige Busfahrer. Er hatte dem angeblich zu schnodderigen Fahrgast laut Anklage Faust und Knie ins Gesicht gerammt – und das, obwohl der Rheinbahn-Kunde zuletzt zusammengekauert in Embryonal-Stellung nur noch abblockte. Das kostet den Busfahrer 700 Euro.

Als der Angeklagte mit der Linie 782 am Wilhelm-Marx-Haus gerade starten wollte, sei noch ein Fahrgast herangestürmt. „Ich hätte die Tür nicht aufmachen müssen“, ließ der Angeklagte nun über einen Dolmetscher ausrichten. Zumal jener Nachzügler „ziemlich aggressiv“ aufgetreten sei, den Busfahrer beleidigt habe. Wie und wodurch, konnte der Fahrer aber nicht mehr angeben.

Die Aufzeichnung einer Videokamera im Bus ergab: Der Fahrgast setzte sich, der Busfahrer kam hinterher, beide stritten erregt. Der Busfahrer fand, er allein habe zu urteilen, wen er mitnehme. Der Fahrgast (laut Zeugen „sehr aggressiv“) wimmelte den Fahrer ab. Als der ihm aber immer näher auf die Pelle rückte, schubste der Rheinbahn-Kunde ihn wuchtig von sich. Sofort boxte der Busfahrer dem Kunden ins Gesicht, drückte dessen Kopf nach unten. Auf dem Video sah es so aus, als rammte er noch mehrfach sein Knie ins Gesicht des Fahrgastes. Der holte sich eine blutige Nase, die Polizei hatte er längst per Handy gerufen.

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Im Prozess gab der Busfahrer jetzt Schläge zu, aber er sei zuerst attackiert worden. „Ich hatte keine Lust auf solche Fahrgäste.“ Nur „zur Abwehr“ habe er den Mann verprügelt. Laut Video war die erste Tätlichkeit wirklich vom Fahrgast ausgegangen. Die Richterin empfahl dem Fahrer aber, künftig lieber die Leitstelle zu alarmieren. Jemandem ins Gesicht zu schlagen, sei jedenfalls keine Lösung. Wegen der Rolle des Fahrgastes sei die Schuld des Fahrers aber nicht allzu groß, befand sie. Sein Verfahren wurde eingestellt gegen 700 Euro. Damit bleibt er unbestraft und kann weiter Busse fahren.

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