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Video-Überwachung: Burgplatz bald unter Kontrolle

Video-Überwachung : Burgplatz bald unter Kontrolle

Polizeipräsident Herbert Schenkelberg fühlt sich im Streit um Überwachungs-Technik zu Unrecht in die Ecke des prinzipiellen Gegners solcher Aktionen gedrängt. Kameras machen nur in einem Gesamtkonzept Sinn, sagt er.

Polizeipräsident Herbert Schenkelberg hat gestern im Gespräch mit unserer Redaktion eingeräumt, dass am "Burgplatz etwas passieren muss". Der Platz werde "als Angstraum" wahrgenommen und nehme daher bei allen Standorten, für die Bürger jetzt beim Leserforum der RP eine Videoüberwachung forderten, "eine besondere Stellung" ein.

Schenkelberg will jedoch das Thema "Video-Überwachung" in seiner rechtlichen Komplexität betrachtet wissen. Man könne das Konzept vom Bolker Stern, wo die Überwachung eine Senkung der Kriminalität gebracht hat, nicht einfach so übernehmen. Schenkelberg: "Ich sehe in der polizeilichen Videoüberwachung kein Allheilmittel zur Bekämpfung der Straßenkriminalität. Auch am Bolker Stern ist die Videobeobachtung Teil eines polizeilichen Gesamtkonzepts, das auf diese Situation abgestimmt ist. Der Bolker Stern ist nach wie vor trotz Videoübewachung ein Kriminalitätsschwerpunkt..."

Der Polizeipräsident fühlt sich in der Diskussion zu Unrecht in die Position eines grundsätzlichen Gegners dieser Überwachung gedrängt. Er sei nicht per se dagegen, erklärte er gestern. Aber er sei dagegen, durch die Installation von Kameras "eine Scheinsicherheit" zu erzeugen.

Schenkelberg: "Wenn eine Kamera einen Bereich überwacht, dann muss der Bürger auch davon ausgehen können, dass im Ernstfall die Polizei nicht nur am Monitor sitzt und aufpasst, sondern dass auch sofort eingegriffen werden kann." Nur wenn dies zu gewährleisten ist, macht eine Kamera Sinn. Flächendeckend sei das aber nicht zu machen. Beim Burgplatz, so der Polizei-Chef weiter, ist die Lage völlig anders als an der Bolkerstraße.

(RP)