Düsseldorf: Bunte Bänke für den Schadowplatz

Düsseldorf : Bunte Bänke für den Schadowplatz

Der neu gestaltete Platz bekommt vorübergehend besondere Sitzgelegenheiten: Sie sind farbig, futuristisch designt und verschiebbar. Damit will die Stadt testen, welche Standorte am besten geeignet sind und angenommen werden.

Als OB Dirk Elbers sich im vergangenen Jahr dafür aussprach, den neu gestalteten Schadowplatz in seiner Leere wirken zu lassen und ihn auch als zentralen Veranstaltungsort zu nutzen, gab es Widerstand — von Bürgern, aber auch aus der Politik. Schließlich entschied der Planungsausschuss einstimmig auf Antrag von CDU und FDP, Bänke anzuschaffen, die je nach Nutzung des Platzes versetzt oder zeitweise auch entfernt werden können. Im Wiener Museumsquartier sind die städtischen Planer fündig geworden: Sitzmöbel vom Modell "Enzi", farbenfroh, außergewöhnlich designt, unterschiedlich zusammensteckbar und vor allem jederzeit an einen anderen Ort versetzbar.

Acht Elemente solcher Sitzmöbel will die Stadt anschaffen, nicht kunterbunt, sondern vermutlich in einem Grünton, der Eleganz der Umgebung angepasst. Inklusive des Transports kostet das Stück nach Angaben der Stadt überschaubare 1600 Euro. Sie sind aus Hartschaum, wiegen eigentlich nur 40 bis 80 Kilogramm, können aber mit Sand oder Wasser gefüllt werden. Dann liegt das Gewicht bei etwa 300 Kilogramm — Diebstahl scheidet dabei nahezu aus.

"Das gibt uns die notwendige Flexibilität", sagt Planungsdezernent Gregor Bonin. "Im Sinne der Platzeroberung können wir damit ausprobieren, wo auf diesem Platz Sitzgelegenheiten hinpassen und auch angenommen werden." Denn das Ziel ist, nach 2015, wenn die Wehrhahn-Linie in Betrieb geht und die Straßenbahnen nicht mehr oberirdisch am Rande des Platzes fahren, eine feste Stadtmöblierung zu installieren. Die Modelle dafür sind bereits ausgesucht und waren testweise in der Umbauphase des Platzes bereits als Einzelstücke aufgebaut worden. Sie haben modernes Design, sind aus wetterbeständigem Holz und — wie die Stadt versichert — seniorengerecht. Ein Modell aus der Reihe wird nach den Plänen der Stadtverwaltung bereits im Frühjahr dauerhaft aufgebaut: eine dreieckige Sitzbank, die den Stamm der Kastanie auf dem Schadowplatz einrahmt.

Im Museumsquartier der österreichischen Hauptstadt gibt es die breiten Sitzmöbel auch in Lila. Die Stadt Düsseldorf will Grün als Farbe und kleinere Elemente. Foto: DPA / Rainer Hackenberg

Mit den temporären Sitzelementen will die Stadt mit Blick auf die späteren Bänke auch testen, wo zu verschiedenen Jahreszeiten die besten Standorte sind. Und ob sie besser einzeln oder in Gruppen angeordnet werden sollten. Weiterer Vorteil: Bei Veranstaltungen auf dem Platz können die "Enzis" an den Rand gestellt oder ins Programm integriert werden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die bunten Sitzmöbel Teil des Platzes bleiben, wenn sie bei den Düsseldorfern so gut ankommen wie bei den Besuchern des Museumsquartiers in Wien.

Der Politik wird der Plan der Verwaltung präsentiert, abgestimmt wird darüber nicht mehr. Der politische Auftrag sei erfüllt.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar "Erfrischend kreativ".

(RP)
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