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Düsseldorf: Bundeswehr jetzt mit rund 700 Stellen

Düsseldorf : Bundeswehr jetzt mit rund 700 Stellen

Die Zentrale für die Versehrten- und Hinterbliebenenversorgung kommt in die Landeshauptstadt und stärkt damit ihren Standort. Düsseldorf kann seinen Ruf als Zentrum für medizinische Dienstleistungen festigen.

Die Bundeswehr organisiert ihre Beschädigten- und Hinterbliebenenversorgung komplett neu: Die Betreuung für die insgesamt 26 000 Betroffenen wird künftig zentral von Düsseldorf aus gesteuert. Das teilte der Präsident des Bundesamtes für das Personalmanagement der Bundeswehr, Georg Stuke, in Köln mit. "Es geht um Versorgung aus einer Hand", betonte Stuke - von Fürsorgeleistungen über Rentenzahlungen bis hin zur medizinischen Hilfe. Der Standort Düsseldorf, der 2012 durch die Auflösung der Wehrbereichsverwaltung West, der damals größten Bundesbehörde in NRW, stark geschrumpft war, wird dadurch wieder erheblich aufgewertet: Die verschiedenen Dienststellen der Bundeswehr im Ortsteil Mörsenbroich wachsen insgesamt auf über 700 Soldaten und zivile Mitarbeiter an; darunter werden auch Ärzte sein. Weitere Experten beraten bei der Anschaffung von Prothesen oder helfen zum Beispiel beim behinderungsgerechten Wohnungsumbau.

Die Auslandeinsätze der Bundeswehr haben die Zahl Geschädigter stark wachsen lassen. Dazu zählen nicht nur körperlich teils schwer Verwundete, sondern auch Soldaten mit posttraumatischen Belastungsstörungen. Allein 2013 registrierte die Bundeswehr 149 Neuerkrankungen, überwiegend Folgen der Afghanistan-Mission. Betreut werden auch Hinterbliebene und Soldaten, die im Dienst durch Unfälle schwer verletzt worden sind. "Es ist unsere Pflicht, dass wir uns um diese Menschen besonders kümmern", sagte Stuke. "So suchen wir zurzeit unter anderem gute Orthopäden. Außerdem wollen wir auch regional vertreten sein, damit die Wege für die Betroffenen nicht zu weit werden." Acht ärztliche Zentren als Außenposten der Düsseldorfer Dienststelle werden darum bundesweit verteilt eingerichtet.

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Der Düsseldorfer Gesundheitsdezernent Andreas Meyer-Falcke ist über die Entscheidung der Bundeswehr erfreut. "Alles, was Düsseldorf mit Gesundheit in Verbindung bringt, ist positiv zu werten", sagte er. Die Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen, eine der Aufgaben der Behörde, sei ein wichtiges medizinisches Spezialgebiet, das auch für Polizisten und Feuerwehrleute von Bedeutung sei. "Es könnten sich interessante Möglichkeiten der Zusammenarbeit ergeben", so Meyer-Falcke.

Zurzeit sind rund 30 verschiedene Ämter und Behörden des Bundes und aller 16 Bundesländer mit den Betreuungsaufgaben betraut - je nachdem, ob der Betroffene noch im Dienst ist und wo er wohnt. "Das wird jetzt ein einziges, zeitnahes Verwaltungsverfahren. Der Fokus liegt auf den Betroffenen. Seitens der Länder erfahren wir jede positive Unterstützung, um die Versorgung aus einer Hand zu gewährleisten", so Stuke. Dazu werde ein enges Netzwerk mit dem Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr geknüpft. Zusätzlich entsteht in Düsseldorf ein Referat "Sozial- und Versorgungsmedizin".

Neu geregelt werden ebenfalls die von den Kommunen und Landkreisen erledigten Aufgaben der Unterhaltssicherung für zum Dienst eingezogene Reservisten und die freiwillig Wehrdienstleistenden. Dafür werden 77 neue Dienstposten in Düsseldorf eingerichtet. In der Liegenschaft arbeiten bereits über 550 Mitarbeiter anderer Ministerien, so dass dort bald über 1250 Bundesbedienstete tätig sein werden.

Mit der neuen Aufgabe muss die Bundeswehr auch die Aktenberge und elektronischen Daten von den Länderbehörden übernehmen. Zurzeit sichtet das Kölner Bundesamt rund 600 Bewerbungen für Düsseldorf; in Zusammenarbeit mit den Bundesländern und dem Landschaftsverband Rheinland laufen erste Schulungen. Stuke: "Wenn die Aufgaben ab 1. Januar 2015 schrittweise auf den Bund übertragen werden, dann haben Soldaten und Hinterbliebene in Düsseldorf einen zentralen Dienstleister."

(RP)