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Flughafen Düsseldorf: Bundespolizei auf Waffensuche am Gate

Flughafen Düsseldorf : Bundespolizei auf Waffensuche am Gate

Mehr als 42.000 verbotene Gegenstände stellte die Bundespolizei im vergangenen Jahr beim Sicherheits-Check am Flughafen sicher.

Schlagringe, Klappmesser und Schreckschuss-Pistolen — es gibt kaum einen gefährlichen Gegenstand, der sich nicht im Waffen-Fundus der Bundespolizei am Düsseldorfer Flughafen findet. "Wir haben hier eigentlich schon alles gehabt", sagt Jörg Bittner, Hauptkommissar bei der Bundespolizei. Tausende von gefährlichen Gegenständen finden er und seine Kollegen jedes Jahr beim Durchleuchten von Passagieren, Handgepäck und Koffern. Damit will die Polizei die Sicherheit der Reisenden garantieren.

"Im Flugzeug, genauer gesagt im Passagier-Raum, gilt das Luftsicherheitsgesetz. Das bedeutet, dass alle Gegenstände, die gefährlich sein könnten, verboten sind. Auch, wenn sie außerhalb des Flugzeugs oder im Koffer erlaubt sind", erklärt Jörg Bittner. Zu Letzteren gehören zum Beispiel Küchenmesser oder Spielzeugpistolen. Klappmesser, wie die so genannten "Butterfly-Messer" oder Schlagringe sind hingegen immer verboten, und ihr Besitz wird angezeigt. Im vergangenen Jahr konnte die Bundespolizei insgesamt 42.500 Gegenstände sicherstellen.

Die meisten von ihnen — rund 22.000 Gegenstände — waren Messer und andere spitze Gegenstände, gefolgt von brennbaren Stoffen wie Feuerwerkskörpern, von denen 8.300 gefunden wurden. Im Vergleich zu 2011 ist die Zahl der verbotenen Gegenstände damit gestiegen: Damals waren es noch rund 25.000. Jörg Bittner hat dafür eine einfache Erklärung: "Dass die Zahl von 2011 auf 2012 so enorm gestiegen ist, liegt daran, dass das Waffengesetz verschärft worden ist." So müssten seither zum Beispiel auch Spielzeugwaffen konfisziert werden. Eigentlich würde die Zahl der verbotenen Gegenstände jedoch sinken, weil die Passagiere immer besser informiert würden. "Es hat sich mittlerweile herumgesprochen, was verboten ist", sagt Bittner.

Trotzdem ist es fast immer Unkenntnis, die Menschen dazu veranlasst, Waffen mit ins Handgepäck zu nehmen. Manchmal erleben die rund 600 Bundespolizisten am Flughafen dabei auch sehr skurrile Geschichten: "Wir haben beim Durchleuchten eines Koffers einmal eine Handgranate entdeckt — zumindest sah es danach aus", erzählt Jörg Bittner. Sofort wurde damals der Flughafen gesperrt, keine Maschine durfte mehr betankt werden.

Bombe stellte sich als Gangschaltungs-Überzug heraus

Als der verwunderte Reisende dann jedoch seinen Koffer vor Polizei und Entschärfungs-Kommando öffnete, stellte sich die vermeintliche Bombe als Überzug für die Gangschaltung im Auto heraus. Der Reisende hatte sie als Souvenir aus den USA mitgebracht. "Behalten wollte er die Granate dann aber nicht mehr, nachdem er so viel Ärger damit gehabt hat", sagt Jörg Bittner.

Solche "freiwilligen Besitzaufgaben" formulieren die meisten Passagiere, bei denen gefährliche Gegenstände gefunden werden. Wer sein geliebtes Küchenmesser allerdings nicht abgeben will, hat noch zwei weitere Möglichkeiten: Er kann es in den Koffer legen oder am Flughafen verwahren lassen. Alle anderen Gegenstände lässt die Bundespolizei durch ihre Waffenwerkstatt vernichten. Lediglich ein paar Waffen behält sie zur Schulung.

(lai)