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Bund der Steuerzahler kritisiert OP-Zentrum und Brücke

Düsseldorf : Steuerzahlerbund kritisiert OP-Zentrum und Brücke

Der Bund der Steuerzahler rügt in seinem gestern vorgestellten "Schwarzbuch" zwei Fälle von Geldverschwendung in der Landeshauptstadt. Dabei handelt es sich um das Zentrum für Operative Medizin II (ZOM) der Uniklinik, das im vergangenen Sommer vier Jahren nach der Fertigstellung eröffnet wurde, sowie um eine geplante Brücke über den Kittelbach in Unterrath.

Das ZOM ist den Autoren des Schwarzbuchs bekannt. Schon im vergangenen Jahr mahnten sie "massiv gestiegene Baukosten" von circa 100 auf 180 Millionen Euro und den Leerstand des fertigen Gebäudes an. Obwohl das ZOM nicht genutzt wurde, seien pro Jahr Unterhaltungskosten in Höhe von zwei Millionen Euro angefallen. Der Steuerzahlerbund bemängelt im neuen Schwarzbuch, dass es in der Bauzeit immer wieder zu teuren Planänderungen gekommen sei.

Neu im Schwarzbuch ist eine geplante aber noch nicht gebaute Brücke über den Kittelbach. Deutlich kritisiert der Steuerzahlerbund das Vorhaben angesichts von vielen bereits bestehenden Querungen über das Fließgewässer als überflüssig. Keine von ihnen sei für Fußgänger unzumutbar weit entfernt.

"Da es sich selbst die wohlhabende Landeshauptstadt Düsseldorf nicht leisten kann, jedem ihrer Bürger seine persönliche Brücke zu bauen, sind die rund 33 000 Euro Planungs- und Baunebenkosten, die die Bezirksvertretung 6 aus ihrem Haushalt 2013 zu diesem Zweck in dieses Jahr übertragen hat, erst das Vorspiel zu einer noch viel größeren Verschwendung, wenn die Brücke tatsächlich errichtet wird", heißt es im aktuellen Schwarzbuch.

Dann würden nach einer Grobschätzung Kosten von 335 000 Euro entstehen. "Angesichts einer solchen Summe bleibt zu hoffen, dass die Bezirksvertretung Ende Oktober ihren Beschluss zum Bau der Brücke zurücknehmen wird", bemerken die Autoren des Berichts. Insgesamt werden im Schwarzbuch mehr als 100 Fälle von vermeintlicher Geldverschwendung aufgeführt.

Das Vorhaben, neben den vier bereits bestehenden Brücken auf einer Strecke von rund einem Kilometer in Unterrath noch eine weitere Querung zu bauen, rief in der Bezirksvertretung 6 zuletzt kaum Widerspruch hervor. Einzig Lothar Daxenberger (Die Linke) kritisierte im Mai das Projekt als Verschwendung von Steuergeldern.

(RP)