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Bürger sammelt Unterschriften gegen Düsseldorfer Pop-Up-Radweg

Umstrittener Versuch am Rheinufer : Pop-Up-Radweg darf nach knapper Ratsentscheidung bleiben

Mit einer knappen Mehrheit wurde in der Ratssitzung entschieden, dass der Verkehrsversuch weitergeht. Radfreund Niklas Götzen sammelt unterdessen online Unterschriften gegen die Radspur.

Wenn etwas nicht gut gemacht ist, sollte es wieder verschwinden, meint Niklas Götzen. Also hat er eine Internet-Petition gestartet, um die „Pop-Up-Bike-Lane“ auf der Cecilienallee abzuschaffen. „Ich bin Pro-Fahrrad und für mehr Radwege. Ich bringe meinen Sohn täglich mit dem Fahrrad zur Tagesbetreuung und ich fahre abends gerne mit dem Rennrad“, sagt Götzen. Aber an dieser Stelle einen abgetrennten Radweg einzurichten, sei unsinnig. „Für Radfahrer gibt es an diesem Abschnitt sowieso schon drei Möglichkeiten zu fahren.“

Der am Wochenende eröffnete Radweg erhitzt die Gemüter. Götzen begründet seine Petition – die bislang rund 920 Unterstützer gefunden hat – in erster Linie mit einer deutlich erhöhten Gefährdung aller Verkehrsteilnehmer durch mangelhafte Beschilderung und Verkehrsführung. „Es entstehen viele gefährliche Verkehrssituationen. Dabei sollte doch die Sicherheit für alle an oberster Stelle stehen“, ärgert sich der zweifache Familienvater. „Sobald ein Paketzusteller oder ein Krankenwagen hält, ist das Chaos vorprogrammiert.“

Unterstützung erhält Götzen von CDU-Oberbürgermeisterkandidat Stephan Keller, der ihn am Donnerstag traf. „Düsseldorf wollte es wohl Berlin gleichtun und einen Pop-up-Radweg aufbauen. Nur hat man sich eine völlig falsche Stelle ausgesucht“, sagt Keller, der bis 2016 Verkehrsdezernent im Düsseldorfer Rathaus war und dann als Stadtdirektor nach Köln wechselte. „Pop-up heiß nicht einfach irgendwo einen Radweg hinzusetzen, sondern es braucht Planung. Was an der Cecilienallee passiert ist, ist ohne Sinn und Verstand.“ Nach Kellers Ansicht wäre das Geld besser in einer Sanierung der wassergebundenen Decke des Weges am Rheinpark investiert worden.

Götzen ärgert auch die Art und Weise, wie der Radweg entstanden ist. „Wenn zum Beispiel der Marathon hier vorbei läuft oder sich der Rosenmontagszug aufstellt, werden wir frühzeitig informiert“, sagt Götzen. „Beim Radweg wurden einfach ein paar Schilder aufgestellt.“