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Düsseldorf: Bürger kämpfen gegen Hafen-Ausbau

Düsseldorf : Bürger kämpfen gegen Hafen-Ausbau

Itter liegt in einer Lärm- und Lichtschneise zum Reisholzer Hafen, fürchten Anwohner. Diese kämpfen in einer Bürgerinitiative gegen den Ausbau zu einem Umschlagplatz für Schiffscontainer. Jetzt werden Unterschriften gesammelt.

In Itter wohnt es sich ruhig. Doch in dem kleinen und etwas beschaulichen Stadtteil fürchten viele Anwohner, dass es damit vorbei ist, wenn der nahe gelegene Reisholzer Hafen zu einem modernen Container-Umschlagplatz ausgebaut werden sollte.

Kämpfen in der Bürgerinitiative gegen den Container-Hafen: Ellen Förster, Georg Huff und Philippe Hitpaß. Foto: boris schmidt

Als Ende Februar die Bürgerinitiative in das Pfarrheim von St. Hubertus eingeladen hatte, war der Raum voll mit Menschen, die wissen wollten, welche Auswirkungen ein Ausbau auf sie haben könnte. Antworten darauf gibt es derzeit noch nicht. Den immer noch aktuellen Stand des Projektes, das vom Düsseldorfer Industriekreis und den Neuss-Düsseldorfer Häfen vorangetrieben wird, beschreibt Daniel Hitschfeld, der für die Projektkommunikation zuständig ist, so: "Im Laufe des Jahres wird zunächst eine Projektgesellschaft gegründet, die im Anschluss eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gibt."

Astrid Kappner ist seit einem dreiviertel Jahr Mitglied in der von Ellen Förster ins Leben gerufenen Bürgerinitiative, die sich gegen einen Ausbau des derzeit eher verschlafenen Industriehafens zu einem Container-Terminal wendet. Auf einer Fläche von rund 56 Fußballfeldern könnten - so der Plan - in rund zehn bis 20 Jahren Waren, die über den Rhein ankommen, per Lkw und Bahn ins Hinterland verteilt werden.

Für die Bürgerinitiative steht fest, dass man mit dem Protest nicht warten kann, bis die Ergebnisse der Studie auf dem Tisch liegen. "Wenn für eine Machbarkeitsstudie bis zu einer Million Euro ausgegeben wird, dann wird der Hafen auch ausgebaut", zweifelt Kappner an der Zusage der Planer, ergebnisoffen zu sein.

Für die Mitglieder der Bürgerinitiative geht es um Fragen des Natur- und Artenschutzes genauso wie um das Thema Verkehrslenkung. Anwohner des heute eher beschaulichen Karwegs befürchten, dass über ihre Straße der Lkw-Verkehr vom Reisholzer Hafen zur Münchener Straße gelenkt werden soll. In Itter macht man sich aber auch Sorgen um Belästigungen durch Lärm und Helligkeit.

Vor rund einem Jahr erst ist Astrid Kappner in eine Wohnung in die Straße Am Farnacker gezogen. Genau deshalb, weil es in Itter so schön ruhig ist und die Landschaft drum herum zum Radfahren und Spazierengehen einlädt. Sie mag sich nicht vorstellen, wie es wäre, wenn aus dem rund um die Uhr betriebenen Hafen der Lärm ins nahe gelegene Itter herüberschallt und nachts das Licht der Scheinwerfer über dem Hafen nicht ausgeht.

Auf die Frage, warum sie sich in der Initiative engagiert, sagt sie: "Aus Besorgnis um unsere Lebensqualität." Einmal im Monat trifft sich die Bürgerinitiative. Für die nächsten Wochen sind weitere Aktionen geplant. An der Benrather Rheinpromenade wollen die Aktiven an Info-Ständen informieren und dabei Unterschriften sammeln. Ellen Förster will auch Oberbürgermeister Dirk Elbers nicht aus der Verantwortung lassen: "Für mich ist die Stadt unser Ansprechpartner, wenn es um dringende Fragen wie Verkehr, Lärm und Naturschutz geht."

(EW)