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Kö-Bogen II: Bürger diskutieren Pläne für Innenstadt

Kö-Bogen II : Bürger diskutieren Pläne für Innenstadt

Die neue Gestaltung der Flächen zwischen Libeskind-Bauten und Gustaf-Gründgens-Platz zieht offensichtlich wie ein Magnet die Düsseldorfer an. Der Henkel-Saal, in dem die Stadt die Entwürfe der drei Architekturbüros und Pläne weiterer Büros und Bürger vorstellte, war übervoll, die mehr als 300 Sitzplätze reichten nicht aus, die Besucher standen auf den Treppen und Emporen, um die Ausführungen zu verfolgen.

Gemessen an dem großen Interesse war die Neigung zur Diskussion aber eher gering, nach den Vorträgen gingen viele fort. Und auch Fragen wurden anfangs nur wenige gestellt.

Vielleicht lag es an der Übereinstimmung in vielen Punkten, wie Kjetil Thorsen vom Architekturbüro Snøhetta mutmaßte. Alle Architekten wollten den Gustaf-Gründgens-Platz mit Gebäuden eine Kante und eine Begrenzung geben, alle wollten neue Plätze schaffen, alle wollten ein kleines Gebäude vor dem Dreischeibenhaus, das als Markthalle genutzt werden kann.

"Vielleicht zeigt es, dass Düsseldorf auf dem richtigen Weg ist, vielleicht sind aber auch die Vorgaben für den Wettbewerb zu eindeutig", sagte Thorsen und empfahl, die Gestaltung noch intensiv weiter zu diskutieren. Es komme weniger auf die Form der Gebäude an, sondern mehr auf die Funktion der neuen Plätze vor dem Schauspielhaus und an der Schadowstraße.

Die Architektur spielte dagegen für eine Besucherin eine besondere Bedeutung. Sie gab zu bedenken, dass in der Innenstadt vom Kaufhof über die Libeskind-Bauten und Dreischeibenhaus bis zum Schauspielhaus sich Solitärbauten aneinanderreihten, unterschiedlich im Stil. Die von Christoph Ingenhoven vorgeschlagenen Häusern mit den schrägen Wänden und den grünen Dächern und Fassaden sei ein weiteres Einzelstück. Es fehle ein verbindender Stil.

Dagegen hatte Ingenhoven in seiner Präsentation deutlich zu machen versucht, dass sein Konzept Dreischeibenhaus und Schauspielhaus in die Stadtlandschaft einbinden wolle. Er hatte die Szenerie natürlicher Gebirgstäler bemüht, um das Gestaltungsprinzip zu begründen. Die Blicke sollen von der Schadowstraße aus auf die beiden wunderschönen Nachkriegsbauten gelenkt werden und umgekehrt vom Schauspielhaus aus auch die gegenüberliegenden Kaufhäuser als abwechslungsreiche Gebäudezeile erlebbar machen. Ingenhovens Entwurf schien die meisten zu überzeugen, denn er bekam den längsten Beifall.

Aber auch kritische Fragen wurden ihm gestellt: Ob eine Baumfassade im Winter nicht kahl und unansehnlich sei. Die vorgesehenen Hainbuchen würden ihre Blätter nicht abwerfen, sondern sich nur braun verfärben, bis neue Blätter sprießen würden, erklärte der Architekt. Und der Rasen auf dem schrägen Dach des flachen Gebäudes sei das ganze Jahr grün und könne viele Monate des als Liegewiese genutzt werden. Das reiche für eine Nutzung des Gustaf-Gründgens-Platzes, er müsse nicht dauernd genutzt werden, weil er kein Stadtplatz, sondern der Vorplatz für einen herausragenden Kulturbau sei, sagte Ingenhoven. Dagegen hatten vor allem jüngere Besucher Einwände. Sie wünschten sich wieder eine Skaterbahn. Das konnte sich Ingenhoven vorstellen, allerdings zeitlich begrenzt etwa auf die Sommermonate.

Die Äußerungen der Bürger — die meisten bezogen sich auf den Entwurf von Ingenhoven — werden in die Diskussion über die Entwürfe in der Stadtverwaltung einbezogen, erklärte Planungsdezernent Gregor Bonin. Die Verwaltung habe noch keine Bewertung vorgenommen und werde jetzt eine Stellungnahme für den Planungsausschuss und den Rat erarbeiten.

(RP)