Renommierte italienische Gastrofamilie: Brüderzwist landet vor dem Amtsgericht

Renommierte italienische Gastrofamilie : Brüderzwist landet vor dem Amtsgericht

Der erbittert geführte Erbstreit dreier Brüder aus einer der renommiertesten italienischen Gastronomiefamilien Düsseldorfs erreichte am Donnerstag das Amtsgericht. Zwei Gebrüder Palmieri sollen einen dritten im Zusammenhang mit einem Prozess um ein elterliches Grundstück in Italien schriftlich als "ladro cronico" bezeichnet haben, als "chronischen Dieb".

Das will der dritte Bruder verbieten lassen, zog vor das Amtsgericht - und traf dort mit beiden blutsverwandten Widersachern zusammen. Der Richter riet dem Bruderpaar, die Klage anzuerkennen. Doch beide lehnten ab.

Ein offener Blickkontakt zwischen den verfeindeten Parteien kam am Donnerstag nicht zustande. Allenfalls verstohlen und aus den Augenwinkeln heraus musterten die zerstrittenen Brüder einander im Gerichtssaal. Die zwei Verklagten haben ihren dritten Bruder in einem von ihnen unterschriebenen Brief angeblich ehrverletzend attackiert.

Nach dem Tod der Eltern entstand zwischen den Geschwistern ein Zwist über Eigentumsansprüche am Grundbesitz der Familie in Italien. Darüber streiten sie dort per Zivilprozess. In diesem Rahmen sollen zwei der Brüder dem dritten kriminelle Machenschaften unterstellt haben. Als der Bruder dagegen vorging, behaupteten sie, der Brief sei bloß an Familienmitglieder (wie Schwiegereltern, Onkel und Tanten) versendet, also nie öffentlich bekanntgemacht worden. Das zweifelte der Richter gestern an. Immerhin hatte auch ein italienischer Advokat, ein Sohn eines früheren Trauzeugen, dieses Schreiben erhalten. Dass der Anwalt auch der Familie zuzurechnen ist, hielt der Richter für unwahrscheinlich.

Im Prozess machte der Richter klar, dass es nicht sein könne, dass sich jemand von seinen Brüdern als "Dieb" bezeichnen lassen muss. "Das ist nicht nur eine 'unglückliche' Formulierung (wie die verklagten Brüder erklärt hatten), sondern das ist zu unterlassen." Immerhin empfand der klagende Bruder die Beschimpfung bei seinem "ausgezeichneten Ruf als Gastronom" als "geschäftsschädigend". Als Schmerzensgeld dafür hielt der Richter 250 Euro für angemessen, plus weitere Kosten von rund 540 Euro. Beiden verklagten Brüdern riet er, die Forderungen des Klägers anzuerkennen. Doch diese lehnten ab. Also wird der Richter Ende September per Urteil verkünden, wie er den Streit und die Wortwahl der Brüder bewertet.

(RP)