1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Klimaschutz in Düsseldorf: Brennstoff aus Grünabfällen

Klimaschutz in Düsseldorf : Brennstoff aus Grünabfällen

Neben der klassischen Kompostierung hat die Kompostierungs- und Vermarktungsgesellschaft Düsseldorf/Mettmann (KDM) mit Holzhackschnitzeln für Heizungsanlagen eine neue Produktlinie entwickelt. Der Klimaschutz profitiert davon. Versuche mit Erzeugung von Biogas laufen.

Das kaufmännische Kalkül ist einfach: Je schneller Grünschnitt, Holz und Bio-Abfälle in einer Kompostierungsanlage zersetzt werden, desto größer ist deren Kapazität, desto mehr Grünabfälle können angenommen und später als Kompost vermarktet werden. Diesem Kalkül machen größere Holzreste und Wurzelstücke einen Strich durch die Rechnung. Denn sie werden nur langsam zersetzt. Diesen natürlichen Nachteil begriff Dietmar Steinhaus, Geschäftsführer der Kompostierungs- und Vermarktungsgesellschaft Düsseldorf/Mettmann (KDM) als eine Chance für einen neuen Geschäftsbereich. "Die KDM bietet inzwischen große Holzreststücke und zusätzlich Holzhackschnitzel als Brennstoff für Biomasse-Heizungsanlagen an." Zum Kundenkreis gehörten zum Beispiel die Stadt Ratingen oder die Feuerwehr Ratingen.

"Nach den ersten Versuchen, holzige Grünabfälle zu Brennstoffen aufzubereiten, ist jetzt die Produktion für Heizungsanlagen auf rund 12 000 Tonnen pro Jahr angestiegen", sagt Steinhaus. Damit seien die Biomasse-Brennstoffe neben den Humusprodukten zu einem wichtigen Standbein geworden und machten etwa 20 Prozent der verkauften Produkte aus.

  • Städteranking : Düsseldorf ist reich, aber nicht öko
  • Blumenhändler : Mehr Kompost, weniger Torf
  • 10 Jahre Awista : Gute Geschäfte mit Abfall
  • Umweltschutz : Stadt stellt 30.000 Euro für Umweltprojekte bereit
  • 13.11.2018, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Ein Transportschiff fährt
    Marode Wahrzeichen : Wie Düsseldorf um seine Rheinbrücken bangt
  • So sollte das Hochhaus Gateway am
    Bürotürme in Düsseldorf : Investor beerdigt Hochhausplan fürs „Gateway“

Um die Nachfrage zu befriedigen, beschränkt sich die KDM nicht nur auf die Verarbeitung der Holzreste. "Es wird auch Holz von gefällten Bäumen zugekauft und mit den Maschinen in der Kompostierungsanlage zu Hackschnitzeln aufbereitet", erklärt Steinhaus. Das Konzept der KDM, an der auch die Düsseldorfer Awista beteiligt ist, passt in die Klimaschutz-Bemühungen der Stadt Düsseldorf. Denn mit Holzhackschnitzeln als Brennstoff wird der Ausstoß von CO2 verringert.

Steinhaus will noch tiefer in das Geschäft mit Biomasse-Energie einsteigen. So sind bereits Versuchsreihen gelaufen, aus den Bioabfällen Biogas zu gewinnen, das zur Stromerzeugung eingesetzt werden kann. "Ein Teil der feinen Bioabfälle kann in einem geschlossenen System zur Fermentierung gebracht werden", erklärt Steinhaus. Dabei entstehe Biogas, das zum Antrieb von Motoren und Generatoren verwendet werden kann. Bei der notwendigen Trocknung der Restabfälle fielen flüssige Substrate an, die als Flüssigdünger vermarktet werden können.

Ob und in welchem Umfang Biogas erzeugt werden kann, hängt laut Steinhaus noch von letzten Versuchen ab, die Klarheit über die Ausstattung des Maschinenparks bringen sollen. Steinhaus sieht in der zusätzlichen Nutzung wirtschaftliche Vorteile, "weil die Kapazität für die Annahme von Bioabfällen noch einmal um rund 20 000 Tonnen gesteigert werden kann". Das sei auch nötig, weil eine neue Verordnung größere Verwertungsmengen von Bioabfall verlange.