Branchentreff der Influencer im Düsseldorfer Marketing-Club

Branchentreff im Marketingclub: Influencer diskutieren die Zukunft

Es gab sie schon vor 250 Jahren: einflussreiche Menschen, die Trends in der Gesellschaft setzten. Im Marketing-Club diskutierten die Influencer von heute über die Zukunft in den sozialen Netzwerken.

Für die einen sind sie große Stars, die anderen belächeln sie als wandelnde Litfaßsäulen der sozialen Medien: Sogenannte Influencer wie die Beauty-Youtuberin Diana zur Löwen spalten nicht nur die soziale Netzwerke, sondern auch die Marketingabteilungen der Unternehmen. Deshalb brachte der Marketing Club Düsseldorf am Donnerstagabend Experten und Influencer zusammen, um über Potentiale und Risiken des Influencer-Marketings zu sprechen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu diesem Thema.

Modeerscheinung oder Innovation? Weder noch, wie Unternehmensberater Thomas Knüwer gleich zu Beginn klarstellte. Denn Influencer, die etwa durch ihren Modestil Trends in der Gesellschaft setzen, gab es schon vor sozialen Medien. In der frühen Neuzeit waren es Adelige, die durch ihr Auftreten Maßstäbe setzten. In der jüngeren Vergangenheit waren es vor allem Vertreter aus der Popkultur wie zum Beispiel die Beatles, die ihre Fans nicht nur musikalisch, sondern auch modisch prägten. In diesen Fußstapfen stehen auch die Influencer in den sozialen Medien. Jedoch nicht zwingend mit künstlerischem Hintergrund, wie es die Beauty-Bloggerin Diana zur Löwen zeigt. „Meine Follower begleiten mich beim Erwachsenwerden“, erzählte sie über ihre Arbeit.

Für wen lohnt sich Influencer-Marketing? Wer glaubt, Influencer-Marketing sei nur etwas für große Unternehmen, irrt sich. Auch kleine Händler können in den sozialen Netzwerken für sich und ihre Produkte mit Erfolg werben. Denn es gibt auch lokale Blogger wie beispielsweise Timo Beck alias Mr. Düsseldorf. Sein Fokus liegt auf der lokalen Gastronomie-Szene. Bei Facebook hat er sich mit seinen Beiträgen bereits eine Fangemeinde von 70.000 Menschen aufgebaut. Influencer-Marketing funktioniert also auch regional und für kleine Unternehmen bis hin zu inhabergeführte Geschäften.  „Besonders hier in Deutschland werden die Potentiale noch nicht abgerufen“, sagte Thomas Knüwer.

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Wie geht man das Thema am besten an? Das Wichtigste ist, sich im Vorfeld eine Strategie zu überlegen. Statt wahllos Leute anzusprechen, sollte man sich genau überlegen, welcher Influencer zu Produkt und Image des jeweiligen Unternehmens passt. „Authentizität ist King“, sagte Björn Bittner. Der Düsseldorfer bloggt auf seinen Kanälen hauptsächlich über Weine. Als er einmal ein Angebot für Finanzprodukte bekam, lehnte er ab. „Ich hätte mich damit nicht wohlgefühlt und dann macht eine Kooperation keinen Sinn“, erzählte er. Dem stimmte auch die Food-Bloggerin Denise Schuster zu. „Vertrauen ist sehr wichtig“, sagte sie. Wer seinen Namen und sein Gesicht für alles hergebe, werde von seinen Fans irgendwann als unglaubwürdig wahrgenommen. Deshalb sei es auch wichtig, den Influencern in ihrer Gestaltung Freiheiten zu lassen, um Botschaften authentisch zu verbreiten. Aber unter dem weiten Feld der Influencer tummeln sich auch viele schwarze Schafe, die sich ihre Fans gekauft haben. Um diese zu erkennen, gibt es mittlerweile Programm wie InfluencerDB. Dort lassen sich die Profile von Bloggern überprüfen, um erfolgreiche Influencer von Möchtegern-Sternchen unterscheiden zu können.

Die Kosten – ein Fass ohne Boden?Wer mit den großen Stars wie Bianca Heinicke, bekannt durch den Lifestyle-Blog „BibisBeautyPalace“, arbeiten will, wird tief in die Tasche greifen müssen. Aber eine große Reichweite ist nicht alles. Oft lohnt es sich, Influencer mit kleiner aber dafür spezifischer Zielgruppe anzusprechen, die für Kooperationen in der Regel weniger Geld verlangen. Aber man kann auch mit sehr wenig Budget Erfolg haben, wie die Schmuckdesignerin Ariane Ernst beweist. Sie zahlt kein Honorar an Influencer, sondern verschenkt einzig und allein ihre Produkte. Denn ihre Schmuckstücke überzeugen offenbar auch ohne Gage. Viele Influencer tragen ihren Schmuck privat, sodass er auch auf den Fotos der Blogger regelmäßig zu sehen ist. „Ich werde auch häufig von Influencern gefragt, ob ich Ihnen nicht auch etwas schicken könnte“, berichtete sie. Ihre Erfahrung ist dabei durchweg positiv. Oft könne sie beobachten, wie die Zahl ihrer Verkäufe nach oben geht, wenn eins ihrer Schmuckstücke bei Instagram gepostet wurde.

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