Tauchcomputer auf der Boot 2019 in Düsseldorf explodiert: „Ein menschlicher Fehler“

Explosion auf der Boot in Düsseldorf : „Es war ein menschlicher Fehler“

Großer Schreck am Samstagnachmittag auf der Messe Boot in Düsseldorf: In Halle 3 gab es einen ohrenbetäubenden Knall. An einem Stand war ein Tauchcomputer explodiert. Der Grund: menschliches Versagen. Es gab zwölf Verletzte.

In der Halle 3 der Messe Düsseldorf zeigen Aussteller der Boot alles rund um den Tauchsport. Neben vielen Ständen sind dort auch zwei große Becken, in denen Besucher tauchen können.

Am Samstag gegen 13.50 Uhr gab es plötzlich ein lautes Explosionsgeräusch, das bis in die letzten Ecken der Halle zu hören war. „Der Knall war echt heftig. Er war kurz und richtig laut“, sagte die Mitarbeiterin an einem Stand in der Halle. Danach habe erste einmal totale Stille geherrscht.

Was war passiert? Das Freiburger Unternehmen Heinrichs Weikamp stellt Tauchcomputer her. An deren Stand war ein solcher Tauchcomputer explodiert. „Es war ein menschlicher Fehler“, sagte Geschäftsführer Matthias Heinrichs im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Geräte könnten wahlweise mit einem Akku oder einer herkömmlichen Batterie in der Größe AA betrieben werden. „In dem betroffenen Gerät war eine normale Batterie eingelegt, wir hatten es aber trotzdem an ein Ladegerät angeschlossen.“ Das sei am Samstag einige Stunden gut gegangen, dann aber sei die Batterie explodiert.

Ein solcher Tauchcomputer ist am Samstag explodiert. Foto: Christoph Schroeter

Das ungefähr 7 x 7 Zentimeter große Gerät besteht aus dem Display und einem Metallgehäuse. „Das ist praktisch eine Smartwatch für Taucher. Der Computer zeigt unter anderem Tauchtiefe, Temperatur und die Dauer des Tauchgangs an", erklärt Heinrichs. Das Batteriefach ist mit einem Drehverschluss gesichert. „Und dieser Verschluss ist bei der Explosion aus dem Gerät herausgeflogen“, sagt Heinrichs. Der Deckel habe glücklicherweise niemanden getroffen, wohl aber Teile der Gummidichtung. Zudem habe ein Kollege das Gerät in der Hand gehalten, als es explodierte. Er sei unverletzt, sagte Heinrichs erleichtert.

Den verletzten Besuchern habe man sofort Hilfe angeboten. „Zwei von ihnen waren heute [am Sonntag, Anm. d. Redaktion] auch schon wieder hier am Stand und haben sich für unseren Einsatz bedankt“, sagte Heinrichs. Mit den anderen stehe man in Kontakt. Er wolle den Vorfall nicht schönreden, aber man sei einigermaßen glimpflich davongekommen: „Wenn jemand von dem Metalldeckel getroffen worden wäre, hätte es bestimmt eine schlimmere Verletzung gegeben.“

Eine Mitarbeiterin an einem Nachbarstand sagte, sie habe einen „totalen Schrecken“ bekommen. „Ich dachte, jemand hätte geschossen. Heutzutage weiß man ja nie.“

Ein paar Stände weiter sagte eine Ausstellerin, sie hätte zuerst gedacht, eines der Tauchbecken sei zerborsten. „Ich habe mich unheimlich erschrocken.“

Ein Sprecher der Messe Düsseldorf sagte, die Rettungsabläufe nach dem Unfall hätten reibungslos funktioniert. Zwölf Personen seien vor Ort untersucht worden, fünf von ihnen mit einem Knalltrauma und eine Person davon mit Schnittverletzungen am Arm in ein Krankenhaus gebracht worden. Die Halle hätte nicht gesperrt werden müssen. „Der Betrieb konnte nach dem Unfall ohne Einschränkungen fortgeführt werden.“

Auswirkungen auf die Zahl der Besucher an seinem Stand habe der Unfall nicht gehabt, so Geschäftsführer Heinrichs. „Klar, die Leute reden über den Vorfall, fragen nach, aber es herrscht normaler Betrieb.“

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