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Messe Boot in Düsseldorf: Mit 15 PS führerscheinfrei in See stechen

Messe Boot in Düsseldorf : Mit 15 PS führerscheinfrei in See stechen

Eine Neuregelung macht es möglich, dass auch Wassersportfreunde ohne Führerschein seit Oktober ein Motorschiff fahren dürfen. Die Messe Boot bietet eine riesige Auswahl in dem Segment unter 15 PS – vom Schlauchboot bis zum Hausboot mit Kajüte und Küche an Bord.

Eine Neuregelung macht es möglich, dass auch Wassersportfreunde ohne Führerschein seit Oktober ein Motorschiff fahren dürfen. Die Messe Boot bietet eine riesige Auswahl in dem Segment unter 15 PS — vom Schlauchboot bis zum Hausboot mit Kajüte und Küche an Bord.

Die Hoffnung der Wassersportindustrie bei der Messe Boot 2013 liegt diesmal nicht auf Luxuskreuzern und teuren Segeljachten, sondern auf Schiffen für jedermann.

Der Gesetzgeber hat die Regeln für das Fahren von Motorbooten auf deutschen Wasserstraßen vereinfacht. Wir geben einen Überblick über die neuen Regeln, die Möglichkeiten für Einsteiger sowie Angebote und Preise auf der Messe Boot.

Was erlauben die neuen Regeln? Seit dem 1. Oktober 2012 dürfen auf deutschen Gewässern Motorboote mit einer Leistung von bis zu 15 PS oder 11,03 kW ohne einen Bootsführerschein bewegt werden. Auch ein Autoführerschein ist nicht erforderlich. Jeder, der älter als 16 Jahre ist, darf die Einsteigerboote steuern. Durchgesetzt wurde die neue Regelung von der Wassersportwirtschaft und vor allem vom Automobilclub ADAC.

Wo dürfen Hobby-Skipper ohne Führerschein fahren? Für Düsseldorfer gibt es hier gleich eine schlechte Nachricht: Der Rhein bleibt für die führerscheinfreien Boote bis 15 PS weiter tabu. Das liegt daran, dass der Strom ein internationales Gewässer ist, und sich deshalb erst alle Anrainerstaaten auf eine gemeinsame Lösung einigen müssen. Offen für die Kleinschiffe sind allerdings alle deutschen Bundeswasserstraßen, also etwa die Kanäle des Ruhrreviers, des Raums zwischen Berlin und der Ostsee, aber auch die Mosel, die Donau und der Main. Frei sind auch die Küsten von Nord- und Ostsee. Auf dem Bodensee gelten wieder andere Regeln.

Welche Boote kommen infrage? Grundsätzlich kommt natürlich jedes Boot infrage, sofern es sich mit 15 PS noch navigieren lässt. Es gibt aber eine Faustregel. "Die Grenze liegt bei einer Tonne je fünf PS Motorleistung", sagt Jürgen Tracht, Geschäftsführer des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft, dem ideellen Träger der Boot. Konkret kommen also etliche leichtere Boote aus dem Schiffshandel infrage, die mit einem 15-PS-Aggregat ausgerüstet werden können. Das sind viele Schlauchboote, aber auch solche mit hartem GFK-Kunststoffrumpf.

Welche Schlauchboote werden auf der Boot präsentiert? Das Schlauch- oder Gummiboot ist wohl der preiswerteste Einstieg in das Segment. Das Angebot an solchen Booten ist riesig. Die kleineren Varianten kosten auf der Boot neu zwischen 1500 und 5000 Euro. Die Preise variieren je nach Grüße und danach, ober der Bootseigner das Schiff mit Pinne am Heck steuern will, oder lieber wie bei großen Schiffen mit einem Steuer über eine Ruderanlage. Zum Preis kommt stets der Außenborder.

Gibt es auch Boote mit festem Rumpf? Der einfachste Einstieg in starre Motorboote sind Schiffe aus Aluminium, etwa vom Hersteller Marine, vertrieben vom Angelzentrum Köln-Bonn. So kostet etwa das Boot aus der "Starken Serie" mit einer Länge von 3,70 Metern und fünf Plätzen an Bord 2560 Euro.

Diese Wasserfahrzeuge sind wegen ihrer Robustheit bei Anglern beliebt. Sportlicher ist man mit der Poros von Hellwig unterwegs. Das Boot ist aus Kunststoff, hat ein Cockpit, sieht schnittig aus und kostet knapp 10 000 Euro. Wer später doch noch einen Führerschein macht, kann auf 50 PS aufrüsten. Ein schwimmendes Sonnendeck bietet die Marino 350 mit einem Steuerstand. Für entspannte Schiffseigner ist die Rio Mar 615 eine Alternative. Das holländische Boot hat Platz für zehn Personen, sieht aus wie ein schwimmendes Sofa und hat ein Sonnendach aus Stoff.

Kann man Boote auch mieten? Vor allem kleinere Hausboote fallen unter die 15-PS-Regel, auch wenn das Angebot auf der Boot noch kleiner ist. Diese Schiffe mit Kajüte und Küche sind was für Bootswanderer und sehr langsam unterwegs. Preis für das Chartern pro Woche: ab 600 Euro (www.yachtcharterpalme.de).

Wo kann ich mich über Schifffahrtsregeln informieren? Infos gibt es beim Branchenverband unter www.entdecke-wassersport.de. Der Verband hat auch eine handliche Broschüre herausgegeben, die in wenigen Schritten die wichtigsten Regeln auf Wasserstraßen erläutert. Sie ist in Folie eingeschweißt, damit sie auf dem Schiff nicht vom Wasser durchtränkt wird.

Wo gibt es 15-PS-Angebote auf der Boot? Überwiegend in der Messehalle 10. Einzelne Klein-Motorboote finden sich aber auch in Halle 9. Segelboote auch mit niedriger und somit führerscheinfreier PS-Zahl gibt es in Halle 17.

Mehr zur Boot lesen Sie in unserem Special.

(RP/ila/jco/top)