Zoll-Kontrolle in Düsseldorf: Dreckige Küche, Waffen, Schummel-Wodka

Kontrolle in Düsseldorf: Zoll entdeckt Waffen und verdreckte Küchen in Clubs und Restaurants

In der Nacht zu Sonntag haben Zoll und Polizei gemeinsam vier Restaurants und Clubs in Düsseldorf kontrolliert. Neben Fällen von Schwarzarbeit entdeckten die Behörden versiffte Küchen, Schummelei bei den Getränken und Waffen.

Zehn Zöllner und 16 Polizisten waren unterwegs. Solche gemeinsamen Einsätze gibt es immer wieder, 2017 bereits mindestens drei Mal: "Wir haben festgestellt, dass bei dem, was in Lokalen gefunden wird, meist entweder Zoll oder Polizei zuständig sind", sagt Zoll-Sprecher Stefan Py. "Deswegen lohnt sich das." Grundsätzlich brauche der Zoll aber die Polizei nicht, um Kontrollen durchzuführen - etwa zum Schutz. "Unsere Mitarbeiter sind ebenfalls ausgebildete Waffenträger."

Kontrolliert wurde ein Altstadtclubs, eine Shisha-Bar in Derendorf, ein Club in Friedrichstadt und ein Restaurant in Oberbilk. Das Ergebnis der Kontrolle:

Restaurant dichtgemacht Hygiene in der Küche? Die gibt es in diesem Lokal nicht. Fotos zeigen Essensreste auf dem Fußboden, ein Spülbecken mit trübem Wasser, an dem sich das verdreckte Geschirr stapelt, und unsaubere Behälter mit roh mariniertem Fleisch. Im Lokal selbst waren die Feuerlöscher abgelaufen, die Notausgänge verstellt und die Verbandskästen unvollständig und abgelaufen. Der Ordnungs- und Servicedienst (OSD) wurde gerufen, das Restaurant vorerst dichtgemacht. Der OSD versiegelte auch gleich drei Spielautomaten, die illegal betrieben wurden.

Waffen im Club Ein Einhandmesser, ein nicht zugelassenes Pfefferspray, ein als Taschenlampe getarnter Elektroschocker, ein Holzknüppel und ein Hockeyschläger - das waren die Waffen, die die Türsteher eines Clubs in Friedrichstadt offensichtlich als Arbeitsgerät betrachteten. Die Waffen wurden sichergestellt.

Shisha-Bar unverzollt Dort fand die Polizei vier Kilo unverzollten Wasserpfeifentabak - der wurde sichergestellt und eine Anzeige wegen des Verdachts auf Steuerhehlerei gefertigt.

Billiger Schnaps in teuren Flaschen In einigen Flaschen einer bekannten, eher hochpreisigen Wodka-Marke fanden die Einsatzkräfte in einem Altstadtclub Trichter - im Müll dann die passenden leeren Flaschen eines billigen Wodkas. Der Verdacht: Der billige Schnaps wird in Flaschen einer teuren Marke umgefüllt, um die Gäste zu täuschen. In diesem Club wurden außerdem Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz und das Nichtraucherschutzgesetz festgestellt.

Schwarzarbeit Die Zöllner kontrollierten 22 Mitarbeiter der vier Etablissements. Drei hatten keine Arbeitsgenehmigung, in zwei Fällen wurden die Stunden nicht richtig aufgeschrieben - es könnte ein Verstoß gegen das Mindestlohngesetz vorliegen, weil Arbeitnehmer mehr arbeiten, als sie es für einen bestimmten Lohn müssten. Die Zöllner deckten zwei Fälle von Scheinselbstständigkeit auf und haben in einem weiteren Fall den Verdacht, dass der Betreiber der Gastronomie Steuern hinterzieht: Es gab keine Buchführung, keine Kassenbestände und keine Lohnabrechnungen.

Jetzt wollen Zoll und Polizei weiter ermitteln und die Erkenntnisse auswerten.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Zollkontrollen in vier Clubs und Restaurants

(hpaw)