Wehrhahn-Prozess in Düsseldorf: Angeklagter Ralf S. mit Telefon-Mitschnitten konfrontiert

Telefonmitschnitte im Wehrhahn-Prozess : "Es ist mir scheißegal, ob hier ein paar Türken oder Griechen verbrennen"

Im Prozess um den Bombenanschlag am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn vor über 17 Jahren hat das Gericht den Angeklagten mit Mitschnitten aus abgehörten Telefonaten konfrontiert. Darin sagt der 51-jährige Ralf S. nach dem Anschlag unter anderem, dass er "national gesinnt" sei.

Außerdem nimmt er über das "Nationale Info-Telefon" mehrfach Kontakt zu einem stadtbekannten Neonazi auf. Der rät ihm dringend, sich einen Anwalt zu suchen und empfiehlt ihm einen von der rechten Szene frequentierten Juristen.

In den im Prozess vorgespielten Gesprächen behauptet der Angeklagte selbst mehrfach, im Umgang mit Bomben und Sprengstoffen ausgebildet worden zu sein: "Ich bin der einzige, der hier wohnt und die Ausbildung hat." Beim Prozessauftakt hatte er dies bestritten.

18 Jahre nach Bomben-Anschlag in Düsseldorf: Auftakt im Wehrhahn-Prozess

Außerdem sagt er: "Es ist mir scheißegal, ob hier ein paar Türken oder Griechen verbrennen." Am Dienstag bezeichnete er seine damaligen Aussagen als "Wichtigtuerei". Bei der Explosion am 24. Juli 2000 waren zehn Menschen verletzt worden, einige von ihnen lebensgefährlich. Ein ungeborenes Baby starb im Mutterleib.

Der Ex-Soldat steht wegen zwölffachen Mordversuchs vor Gericht. Ihm droht lebenslange Haft. Er soll die Tat aus Fremdenhass begangen haben.

(aka)
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