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Urteil in Düsseldorf: LKA-Mann gab Polizeiinformationen an Pflegemafia weiter

Berufungsverfahren in Düsseldorf : LKA-Beamter wegen Geheimnisverrats verurteilt

Informationen aus dem Polizeicomputer sind nicht für die Öffentlichkeit und schon gar nicht für Verdächtige gedacht. Ein früherer Beamter des Landeskriminalamts NRW soll sich daran nicht gehalten haben. Gegen seine Verurteilung wehrt er sich nun vor dem Landgericht Düsseldorf.

Im Berufungsverfahren um Geheimnisverrat hat das Landgericht am Mittwoch den  Schuldspruch gegen einen Ex-Beamten des Landeskriminalamts  nach bestätigt, die Strafe nur leicht gesenkt. Der 41-Jährige soll jahrelang Mitglieder einer russisch-ukrainischen Pflege-Mafia mit Daten aus dem Polizeicomputer versorgt haben.

Die Vorwürfe hatte er schon im ersten Prozess Ende 2019 beim Amtsgericht bestritten. Er gab zwar zu, Daten von Verdächtigen im Computer abgefragt zu haben, auch über seinen Schwiegervater und den 2018 zu sieben Jahren Haft verurteilten Boss der Pflege-Mafia, bestritt aber, die Informationen weitergegeben zu haben. Das Amtsgericht hatte ihn zu 18 Monaten Bewährungsstrafe verurteilt.

In seiner Berufung fand er mit seiner Version auch beim Landgericht kein Gehör. Nur in zwei Teilbereichen kamen die Richter zu einem Freispruch, verhängten insgesamt aber eine Bewährungsstrafe von jetzt 15 Monaten. Damit droht dem aktuell suspendierten Beamten nun die Entfernung aus dem Dienst und der Verlust seiner Pensionsansprüche.